Wien - Nach einer Studie des Personaldienstleisters Manpower hat die Mitarbeiterloyalität in den letzten drei Jahren deutlich zugenommen. Und das, obwohl die berufliche Mobilität größer geworden ist und flexible Arbeitsformen im Vormarsch sind. Auffallend auch die starke Polarisierung zwischen loyalen und illoyalen Gruppen, wie sich bei der Untersuchung gezeigt hat. Diese stütz sich auf 2600 Telefoninterviews mit Personalisten in 8 Staaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Mexiko, Holland, Großbritanien und USA) und mehr als 1400 Mitarbeiterinterviews in Großbritannien und den USA. Die Ergebnisse im Einzelnen
  • In Holland, USA und Mexiko herrscht demnach die größte Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber, während in Italien und Japan sich die Mitarbeiter am wenigsten verbunden fühlen.
  • Das Bindungsgefühl läßt nach drei bis fünf Jahren im Unternehmen deutlich nach und macht Mitarbeiter empfänglich für neue Jobangebote.
  • Frauen sind ihren Arbeitgebern treuer (76 Prozent) als Männer (68 Prozent).
  • In den USA ist die Marktführerschaft des Arbeitgebers wichtiger für den weiteren Verbleib im Unternehmen als in allen anderen Staaten.
  • In kleinen Unternehmen sind Mitarbeiter anfälliger für Jobwechsel als in großen mit mehr als 150 Mitarbeiter
  • Am besten bindet ein "starkes Team", gefolgt von einer offenen und ehrlichen Kommunikation. Als weiterer Bindungsfaktor wurde eine "interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit" genannt.
  • Der öffentliche Sektor weist die geringste Fluktuation auf
Aus diesen Loyalitäts-Merkmalen wurden vier psychologische Mitarbeiterprofile identifiziert.    Wechselseitige Loylisten (53%) Sie sind loyal zu ihrem Arbeitgeber, weil er es verdient. Ihr Engagement empfinden sie als vom Unternehmen erwidert und belohnt. Bis zu einem gewissen Grad ist das das ideale Szenario - ehrliche, gegenseitige Loyalität. Unter den wechselseitigen Loyalisten finden sich hauptsächlich Frauen, Geschäftsführer und amerikanische Arbeitnehmer.    Blinde Loyalisten (19%): Sie handeln loyal zu ihrem Unternehmen, obwohl sie diese Treue nicht erwidert fühlen. Die Herausforderung für Human Ressource Manager wird sein, eine positivere Erwartungshaltung in diesen Mitarbeitern zu wecken und ihre eigenen Personalpraktiken zu überdenken. Diesem Segment gehören auffallend viele Frauen und britische Arbeitnehmer an.    Söldner (6%) Sie verweigern ihrem Arbeitgeber Loyalität, obwohl er sie ihrer Meinung nach verdient hätte. Nur die Hälfte von ihnen plant, in 3 Jahren noch diesem Unternehmen zu dienen. Söldner sind überdurchschnittlich oft deutlich unterhalb der Managementebene zu finden und zeigen geringe Kenntnis und Verständnis für die Unternehmenswerte.    Saboteure (21%) Diese Gruppe empfindet weder Loyalität noch hat ihr Arbeitgeber diese ihrer Meinung nach verdient. Nur einer von vier Vertretern dieser Gruppe spricht gut über sein Unternehmen, ebenso viele kritisieren es aktiv und öffentlich. Nur knapp die Hälfte bezeichnet sich als "einigermaßen motiviert" und mehr als die Hälfte behauptet, ihr Arbeitgeber verdiene gar keine Loyalität. In der Gruppe der Saboteure finden sich besonders Männer, britische Arbeitnehmer und solche mit einem bereits drei bis fünf Jahre andauernden Dienstverhältnis.