Seit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes taucht immer wieder die Frage auf, wie man es einrichten kann, für die volle Dauer des Geldbezuges zu Hause bleiben zu können. Mit dem zweiten Geburtstag ist der gesetzliche Freistellungsanspruch erschöpft, auch eine Teilung der Karenz zwischen den Eltern ändert daran nichts. Das Übersenden einer Bestätigung des Krankenversicherungsträgers über die Dauer des Kinderbetreuungsgeldes an den Arbeitgeber hat keinerlei arbeitsrechtliche Auswirkungen – die Karenz endet trotzdem am zweiten Geburtstag. Der Arbeitsvertrag, der während der Karenz stillgelegt war, lebt wieder auf, und damit beginnt auch die Anwesenheitspflicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Arbeitsplatz wieder. Die schlechteste Variante ist es, einfach zu Hause zu bleiben, solange man das Kinderbetreuungsgeld bekommt. Das kann – je nach Temperament des Arbeitgebers – Kündigung oder sogar fristlose Entlassung bedeuten. Eine Vereinbarung ist nötig Wer unbedingt länger zu Hause bleiben will oder muss, sollte rechtzeitig vor dem Ende der gesetzlichen Karenz mit dem Arbeitgeber Kontakt aufnehmen und ihm vorschlagen, eine Vereinbarung über eine Karenzierung (Karenz gegen Entfall der Bezüge, Aussetzungsvertrag) abzuschließen. Eine solche längere Freistellung könnte auch in der arbeitsrechtlichen Form einer Bildungskarenz (§ 11 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz) vereinbart werden – ob damit ein Leistungsanspruch aus der Arbeitslosenversicherung verbunden ist, sollte im Einzelfall in einer individuellen Beratung geprüft werden. Jedenfalls sollten Mütter und Väter, die eine Verlängerung der Karenz vereinbaren wollen, vom Arbeitgeber verlangen, dass der Kündigungsschutz der Karenz auch auf den Zeitraum der Verlängerung ausgedehnt wird. Das kann aber nur bei ausdrücklichem Einverständnis des Arbeitgebers erfolgen, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht – erste Erfahrung aus der Beratung zeigen, dass Arbeitgeber sehr wohl bereit sind, entsprechende Verlängerungen zu vereinbaren, dass sie dies aber zumeist ohne Ausdehnung des Kündigungsschutzes tun. Es liegt dann bei den Eltern, zu beurteilen, ob sie das Risiko eingehen wollen. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall nach dem Ende des gesetzlichen Kündigungsschutzes jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen; da während der erweiterten Karenzierung kein Anspruch auf Bezahlung besteht, erspart er sich die Bezahlung für die Dauer der Kündigungsfrist, also das laufende Entgelt und das anteilige Urlaubs- und Weihnachtsgeld für den entsprechenden Zeitraum. Nur bereits vor der Karenz bestehende Abfertigungsansprüche und noch nicht verjährte Urlaube verfallen in diesem Fall nicht und müssen bei der Beendigung abgerechnet werden. Es lohnt sich also zu rechnen. Zum achten Teil: Zuverdienst in der Karenz