Mit dem Kinderbetreuungsgeld ist eine geänderte Zuverdienstregelung wirksam geworden, die für alle Bezieherinnen und Bezieher von Karenz- oder Kinderbetreuungsgeld gilt, deren Kinder ab dem 1.7.2000 zur Welt gekommen sind. Damit taucht für viele Menschen die Frage auf, wie man in Karenz sein und gleichzeitig die Zuverdienstgrenze ausschöpfen kann. Dabei ergeben sich nach den bisherigen Erfahrungen nicht unerhebliche Schwierigkeiten daraus, die korrekte arbeitsrechtliche Grundlage für eine Beschäftigung während der Phase des Karenz- bzw. Kinderbetreuungsgeldes zu finden.In den Karenzgesetzen (Mutterschutzgesetz und Väterkarenzgesetz) finden sich drei arbeitsrechtliche Formen der zulässigen Beschäftigung: geringfügige Beschäftigungen, vorübergehende Beschäftigungen und Teilzeitkarenzen. Geringfügige Beschäftigung Die geringfügige Beschäftigung wird vor allem durch das Ausmaß der Bezahlung definiert: Die Geringfügigkeitsgrenze liegt für 2002 bei € 301,54. Wer mit dem Arbeitgeber ausmacht, dass der monatliche Verdienst während der Karenz diesen Betrag nicht übersteigt, kann ohne Probleme und ohne Gefährdung des Kündigungsschutzes arbeiten. Das Ausmaß der Arbeitszeit ergibt sich, wenn der vereinbarte Betrag durch den vereinbarten Brutto-Stundenlohn dividiert wird. Geringfügige Beschäftigungen gelten aufgrund der Karenzgesetze als zusätzliche Arbeitsverhältnisse, die unabhängig von den ursprünglichen Dienstverträgen sind, daher werden die Zeiten der geringfügigen Beschäftigung während der Karenz auch nicht auf die karenzierten Dienstverhältnisse angerechnet (etwa für die Abfertigung). Allerdings können Dienstpflichtverletzungen (z.B. mehrmaliges Zuspätkommen) auch nicht auf den karenzierten und daher kündigungsgeschützten Dienstvertrag durchschlagen, eine Kündigung oder Entlassung wirkt daher nur für das geringfügige Dienstverhältnis. Grundsätzlich sind solche geringfügigen Beschäftigungen nach denselben arbeitsrechtlichen Regeln zu beurteilen wie alle anderen Arbeitsverhältnisse, man hat daher z.B. Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Geringfügig Beschäftigte haben auch Anspruch auf Urlaub, allerdings nur im Ausmaß ihrer Teilzeitquote, also anteilig und entsprechend dem Verhältnis ihrer Arbeitszeit an der Normalarbeitszeit. Zum neunten Teil: Vorübergehende Beschäftigung während der Karenz - Teilzeitkarenz