Wien - Mit einer neuen Straßenbahn-Werbekampagne will das Leopold Museum seine Präsenz im Bewusstsein der Besucher verstärken. Das Museum ist hinter der Fassade des Museumsquartiers (MQ) praktisch nicht sichtbar und die Besucher dadurch oft überfordert, es zu finden, beschrieb Christian Mayer, Vorstandsmitglied der Privatstiftung, die Problematik bei einem Lokalaugenschein. Von nun an werben drei Straßenbahnen der Ring-Linie und der Linie 49 mit dem Slogan "Hinschauen - Leopold Museum." Optisch zeigt der Straßenbahn-Kleber eine Zeichnung der MQ-Fassade, durch die das dahinter liegende eingefärbte Leopold Museum durchscheint. "Wir spüren die fehlende Durchlässigkeit, die von Anfang an international kritisiert wurde", so Mayer. Auf dem vor der MQ-Hauptfassade stehenden Schild mit dem MQ-Logo und dem alphabetisch gereihten Verzeichnis der Institutionen (mit dem Leopold Museum an siebenter Stelle) gehe man unter. "Dort steht auch das Quartier 21 drauf, das es noch gar nicht gibt, und Public Netbase, Basis Wien und das Depot, die es dort nicht mehr gibt - das ist ja eigentlich eine Parte", lacht Mayer. Eigenständigkeit Die MQ-Betriebsgesellschaft habe keinerlei Aktivitäten gesetzt, dem Museum zu helfen, so Mayer, man fühle sich "ganz allein gelassen". Zumal Untersuchungen zeigten, dass das Leopold Museum als Publikumsmagnet - über 40 Prozent der MQ-Besucher gehen laut Mayer ins Leopold Museum - einen positiven "MQ-Effekt" auf die anderen Häuser im Areal habe, umgekehrt aber nicht von diesem Effekt profitiere. Auch in der MQ-Straßenbahn-Kampagne, die seit einigen Wochen läuft, kommt das Leopold Museum nicht vor. Anlässlich der Eröffnung habe das Leopold Museum 800.000 Euro in die Werbung gesteckt und konnte nach wenigen Monaten den 200.000. Besucher begrüßen, derzeit hält man laut Mayer bei einem Besucherdurchschnitt von 25.000 in Monat. Die Straßenbahn-Kampagne, die zunächst über den Sommer laufen soll und rund 10.000 Euro kostet, soll eine 20-prozentige Steigerung auf 30.000 Besucher bringen. Außerdem wolle man als eigene Institution wahrgenommen werden. (APA)