Berlin - Der Medienunternehmer Leo Kirch hat als Großaktionär des Axel Springer Verlags eine außerordentliche Hauptversammlung für Mitte August gefordert. Der Vorstand habe einen entsprechenden Antrag der Print Beteiligungs GmbH erhalten, in der Kirch seinen 40-prozentigen Anteil am Verlag bündelt, sagte Verlagssprecherin Edda Fels am Freitag in Berlin. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Nach Darstellung des Medienhändlers hat Springer durch Forderungen in Höhe von 767 Mill. Euro an Kirch nicht nur seinem Unternehmen, sondern auch dem Verlag und dessen Aktionären geschadet. Springer hatte mit der Ausübung der Verkaufsoption seines 11,5-Prozent-Anteils an Kirchs ProSiebenSat1 Media AG die finanziellen Probleme des Münchner Unternehmers verschärft. Springer werde bei diesen Forderungen leer ausgehen. Auf der jüngsten Springer-Aktionärsversammlung Mitte Juni hatten die Kirch-Vertreter eine Sonderprüfung des Jahresabschlusses 2001 gefordert und mit Schadensersatzansprüchen gedroht. Aus Springer-Kreisen hieß es, der neue Antrag sei ein "durchsichtiges Störmanöver", mit dem Kirch dem Verlag schaden wolle. Der Vorstand sehe die Aktion mit "großer Gelassenheit". Kirch muss bis Ende August seinen Springer-Anteil verkaufen, bevor die Deutsche Bank Zugriff auf das Paket bekommt. (APA/dpa)