Knapp 360 Studierende werden derzeit im Schloss Esterházy ausgebildet. Jährlich kommen etwa 90 bis 100 neue Studienplätze hinzu. Ingrid Schwab-Matkovits, die ambitionierte Studiengangsleiterin, ist sichtlich zufrieden mit der bereits zu Europa-Erfolg avancierten burgenländischen Kaderschmiede.

"Ich habe das Glück, mit einem sehr motivierten Team einen renommierten, in die europäische Hochschullandschaft vollends integrierten Studiengang realisiert zu haben, der sich großer Nachfrage erfreut", strahlt sie.

Was vor acht Jahren von der cleveren Absolventin der Wirtschaftsuniversität Wien als Konzept entstand, ist heute ein Geheimtipp unter Studenten geworden. "Man hatte mich ursprünglich gebeten, die Stärken der Region Burgenland auszuarbeiten und die Auswertungen dann in mein Fachhochschulkonzept einfließen zu lassen", erzählt Schwab-Matkovits heute.

Sie arbeitete daher den multikulturellen Aspekt und die Sprachkompetenz der Region heraus: "Ich bin immer schon der Ansicht gewesen, dass die Netzwerke innerhalb von Grenzregionen umso besser halten, als man sie wirklich lebt." Heute können ihre Studenten, wenn sie sich im sechsten Semester des Fachhochschullehrgangs befinden, für ein Berufspraktikum nach Mittel- und Osteuropa gehen - die meisten erhalten von denselben Arbeitgebern dann auch gleich ein Jobangebot. Außerdem steht dem Lehrgang ein Netz mit 400 international tätigen Unternehmen zur Verfügung. Darunter finden sich Namen, wie Coca-Cola, Bosch und SAP ebenso, wie Unilever oder die VA Stahl.

Jedes Jahr lädt Schwab-Matkovits rund 20 Partner-Unternehmen auf Schloss Esterházy zu "Karriere-Gesprächen", aber auch zu Networking-Tagen ein.

Der Fachhochschulstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen ist übrigens der erste Studiengang Österreichs, der praxisorientierte Betriebswirte für die EU und die mittel- und osteuropäischen Länder auf Hochschulniveau ausbildet.

Die Absolventen werden in den Bereichen Controlling, Marketing, Außenhandel, aber auch im Projektmanagement und in der Logistik eingesetzt. Engagement, Interesse für interkulturelles Management, aber auch Netzwerkfähigkeiten sind die Haupteigenschaften der Absolventen.

Studierenden, die während ihres Praktikums im Ausland von ihren Professoren Unterstützung benötigen, können über die "hauseigene" Kommunikationsplattform jederzeit Kontakt aufnehmen.

Ingrid Schwab-Matkovits will übrigens mit dem Fachhochschullehrgang bald in ein größeres Gebäude übersiedeln. Immerhin seien die Planungen für das neue Fachhochschulzentrum bereits abgeschlossen.

"Dann werden wir noch mehr internationale Netzwerker ausbilden können", freut sie sich. (Judith Grohmann/DER STANDARD, Printausgabe, 6./7. 7. 2002)