Wien - Der österreichische Versöhnungsfonds hat am Freitag eine Zwischenbilanz gezogen: 71.435 ehemalige NS-Zwangsarbeiter konnten bereits entschädigt werden. 182,2 Millionen Euro wurden dafür ausgezahlt.Der Versöhnungsfonds arbeitet bei der Bearbeitung der Anträge und der Auszahlung der Mittel mit sechs Partnerorganisationen zusammen: Diese sitzen in der Ukraine, in Russland, Weißrussland, Tschechien, Ungarn und in Polen. Anträge aus dem Rest der Welt werden vom Wiener Fonds-Büro erledigt. Am weitesten fortgeschritten sei man in Ungarn (1533 Entschädigte) und Weißrussland (2861 Entschädigte) mit einem Auszahlungsstand von 90 Prozent, erklärte Fonds-Generalsekretär Richard Wotava. Schwierig gestalte sich die Situation in Russland. Bisher wurden 5000 Anträge positiv erledigt. Das Problem sei, dass der russischen Organisation über 400.000 unerledigte Anträge vorlägen, die aber großteils in die Zuständigkeit Deutschlands fielen. Auch aus Österreich trudeln immer noch Anträge ein - bisher gab es 700 Auszahlungen. Der mit 436 Millionen Euro dotierte Fonds ist auf drei Jahre eingerichtet. Rund 150.000 Personen sind anspruchsberechtigt. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7. 7. 2002)