Halle - Der 44. Deutsche Historikertag steht vom 10. bis 13. September in Halle unter dem Motto "Traditionen-Visionen". Der deutsche Bundespräsident Johannes Rau werde zur Eröffnung erwartet, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit. Rund 3.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt hätten ihr Interesse an der viertägigen Konferenz angemeldet. Die Tagung gilt den Angaben zufolge europaweit als der bedeutendste geisteswissenschaftliche Fachkongress. "Die Themen reichen von der alten Geschichte bis in die Gegenwart", sagte Andreas Ranft, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Organisator der Tagung. "Historiker graben nicht nur in der Vergangenheit, sie sind auch mit dem aktuellen Geschehen verbunden", sagte er. Von Troja, über die Novelle des Hochschulrahmengesetzes bis zur gegenwärtigen Diskussion um den Umgang mit den Stasi-Akten reiche die Themenpalette des Kongresses. Auch über die Ereignisse vom 11. September 2001 wollten die Historiker diskutieren. Rund 260 Referenten aus Europa und Übersee haben sich den Angaben zufolge angemeldet. Ein Schwerpunkt von über 50 Foren sei die mittel- und osteuropäische Geschichte. Dabei sei auch die Entwicklung der Länder in Zeiten des Umbruchs Thema für Historiker, sagte Ranft. Der Deutsche Historikertag findet den Angaben zufolge nach Leipzig zum zweiten Mal seit der Wende in den neuen Ländern statt. Der Kongress gehört zu den Höhepunkte der 500-Jahr-Feier der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. An der Hochschule studieren rund 600 junge Leute Geschichte. In Halle tagte der Deutsche Historikertag bereits 1900 und 1930. (APA/dpa)