Klagenfurt - Auch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) sieht keinen Grund für einen Rücktritt von Ewald Stadler (F) als Volksanwalt. "Ich würde mir jedoch wünschen, dass er klarstellt, mit seiner Aussage bei der Sonnwendfeier keinen Vergleich von Systemen der Unfreiheit vorgenommen zu haben", sagte Haider am Samstag in Klagenfurt. Es sei die "übliche Debatte", bei Freiheitlichen werde immer jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. "Andere, wie der Ex-SP-Finanzminister Rudolf Edlinger, können im Parlament 'Sieg heil' rufen, ohne dass es für sie Konsequenzen gibt", erklärte der Landeshauptmann. Für ihn ist Stadlers Aussage "unbedeutend, weil ich seine Einstellung kenne und weiß, dass er ein Anhänger von Demokratie und Freiheit ist". Er hätte allerdings eine andere Wortwahl als Stadler vorgenommen, merkte Haider an. Österreich sei in der NS-Zeit "Opfer und Mittäter" gewesen, 1945 von den Siegermächten befreit und in vier Besatzungszonen aufgeteilt worden, bis 1955 der Staatsvertrag abgeschlossen worden sei, sagte Haider. "Tatsache ist, dass die Freiheit nach 1945 so ausgesehen hat, dass wir wieder ein Stückerl Unfreiheit hatten", fügte er hinzu. (APA)