Bern - Fünf Tage nach der Flugzeugkollision am Bodensee hat der Chef der Schweizer Flugsicherung Skyguide, Alain Rossier, Fehler bei der Kommunikation eingeräumt. Weitere Auskünfte zum Unfall wollte er aber in der "Samstagsrundschau" von Radio DRS nicht geben. In den Tagen nach der Kollision habe Skyguide unter riesigem Druck gestanden, sagte Rossier. Deshalb seien in der Kommunikation auch Fehler gemacht worden. Man habe aber nie die Absicht gehabt, irgendetwas zu beschönigen. Nun gehe es darum, den Vorfall genau aufzuklären. Alles, was passiert, sei, sei sekundengenau registriert worden. Im Mittelpunkt stehen laut Rossier drei Fragen, nämlich nach den Reaktionen des Fluglotsen, der Piloten und der Systeme in den Flugzeugen. Erst nach Beantwortung dieser Fragen könnten Folgerungen gezogen werden. "Erst dann kann man sagen, ob es nur unser GAU (größter anzunehmender Unfall) ist oder auch für andere ein GAU ist", sagte Rossier. Weitere Auskünfte zum Unfall wollte er nicht geben. Der betroffene Fluglotse werde betreut, sagte der Skyguide-Chef. Schweizer Luftsicherung kürzt Zahl der Flugbewegungen um 20 Prozent Genf (APA/dpa) - Die Schweizer Luftüberwachung skyguide hat die Zahl der Flugbewegungen in dem von ihr überwachten Luftraum um 20 Prozent gekürzt. Die seit Samstagmorgen geltende Maßnahme stehe im Zusammenhang mit der Stress-Situation der Fluglotsen, sagte ein Sprecher. skyguide überwacht auch Teile des süddeutschen Luftraums, wo am Montagabend am Bodensee zwei Flugzeuge zusammengestoßen waren. Dabei kamen 71 Menschen um. Seitdem sieht sich die Flugsicherung wegen zahlreicher Pannen massiver Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt. Die Fluglotsen stünden seit der Kollision unter besonders großem Stress, sagte skyguide-Manager Felix Hitz. Mit der Maßnahme sollen sie entlastet werden. Die Verringerung bedeute, dass bei der europäischen Verkehrsfluss-Steuerungszentrale in Brüssel für den von skyguide überwachten Luftraum entsprechend niedrigere Kapazitätszahlen gelten. Dies betrifft An-, Ab- und Überflüge. Die Kürzung sei am Samstag um Mitternacht in Kraft getreten. Zurzeit sei noch nicht klar, wann zur normalen Kapazität zurückgekehrt werde. Für den Flughafen Zürich hat die Kürzung Auswirkungen auf die Pünktlichkeit, wie die Flughafenbetreiberin Unique mitteilte. Unique zeigte aber Verständnis für die Maßnahme. Passagiere sollten sich frühzeitig über Verspätungen informieren. (APA/AP)