Den Haag/Belgrad - Die Ankläger des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag haben darauf verzichtet, den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic auch wegen Völkermords an bosnischen Kroaten zu beschuldigen. Vizechefankläger Graham Blewitt sagte für den Belgrader Sender "B-92", es gehe darum, was in der gegebenen Frist (bis April 2003) bewiesen werden könne. Die Anklage sei der Ansicht, dass sie genügend Beweise für den Völkermord an den Bosniaken besitze, da dafür schon der bosnisch-serbische General Radoslav Krstic verurteilt worden sei. Blewitt sagte auch, dass es Beweise für Völkermord an den bosnischen Kroaten gebe. Sie seien jedoch nicht ausreichend, präzisierte er. Die Anklage des UNO-Tribunals soll im Prozess gegen Milosevic bis 6. September das Beweiseverfahren für die Anklage wegen Kriegsverbrechen im Kosovo abschließen. Danach wird die Vorführung von Beweisen für Kriegsverbrechen in Kroatien und Bosnien beginnen. (APA)