Kabul - Das tödliche Attentat auf den afghanischen Vizepräsidenten Abdul Kadir vom Samstag reiht sich an eine lange Liste politischer Morde. Diese reicht bis zum Königsmord von 1933 zurück. Damals wurde Nadir Schah ermordet, der Vater von Zahir Schah. Seit 1978 wurden vier afghanische Präsidenten, drei von ihnen im Amt, ermordet.1978: Staatspräsident Mohammed Daoud, der 1973 seinen Vetter und Schwager, König Mohammed Zahir, entthront und ins Exil gezwungen hatte, wird bei einem Putsch linksgerichteter Offiziere im April mitsamt seiner Familie ermordet. 1979: Staatspräsident Nur Mohammed Taraki, ein marxistischer Theoretiker, der nach der "April-Revolution" (Saur-Revolution) 1978 eingesetzt wurde, wird im September im Auftrag seines Rivalen und früheren Stellvertreters Hafizullah Amin mit einem Kopfpolster erstickt. Amin ruft sich zum Präsidenten aus und wird im Dezember nach der sowjetischen Militärintervention hingerichtet. 1996: Der 1992 gestürzte letzte kommunistische Präsident Najibullah, der in einem Kabuler UNO-Gebäude Zuflucht gefunden hatte, wird nach der Einnahme der Hauptstadt durch die Taliban kastriert und anschließend umgebracht, seine verstümmelte Leiche öffentlich zur Schau gestellt. 2001: Der Tadschikenführer Ahmed Shah Massud, der legendäre "Löwe des Pandschir" und Militärchef der gegen die Taliban kämpfenden Nordallianz, wird bei einem Attentat von Arabern, die sich ihm gegenüber als Journalisten ausgeben, getötet. Der paschtunische Oppositionsführer Abdul Haq wird von den Taliban gefangen genommen und hingerichtet. (APA)