Portadown - Die Polizei ist nach Straßenschlachten im nordirischen Portadown mit Wasserwerfern und Gummigeschoßen gegen mehrere hundert militante Protestanten vorgegangen. Rund 300 Demonstranten hatten in der Nacht auf Montag stundenlang vor einer Straßensperre protestiert, nachdem die Ordnungskräfte einen Marsch des protestantischen Oranier-Ordens durch ein katholisches Stadtviertel verboten hatten. Gegen Mitternacht (01.00 Uhr MESZ) harrten nur noch eine Handvoll Demonstranten an den Sperren aus. Oranier-Parade war in eine Straßenschlacht ausgeartet Die Oranier-Parade in Portadown war am Sonntagabend in eine Straßenschlacht ausgeartet, als die Polizei den rund 2.000 Teilnehmern den Weg durch die katholische Garvaghy Road verwehrte. Bei heftigen Zusammenstößen wurden 24 Polizisten verletzt, zwei davon schwer. Der Oranier-Orden verurteilte die Gewalttaten und kündigte Disziplinarmaßnahmen gegen jene Mitglieder an, die sich an den Ausschreitungen beteiligt hatten. Sieg über Katholiken Mit ihren Umzügen gedenken die Oranier jedes Jahr der Schlacht am Fluss Boyne, in der Wilhelm III. von Oranien im Juli 1690 den zum Katholizismus übergetretenen und vertriebenen Jakob II. besiegt hatte. Die Katholiken empfinden die Märsche als Provokation. Höhepunkt der alljährlichen Marschsaison ist der 12. Juli. (APA)