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Alexander Solschenizyn

Foto: APA/dpa/Brakemeier
London/Wien - Der russische Schriftsteller, frühere Regimekritiker und Nobelpreisträger Alexander Solschenyzin (84) ist offenbar schwer krank. Wie die britische Zeitung "Guardian" am Samstag in ihrer Online-Ausgabe berichtete, war Solschenyzin bei einem Interview mit einem schwedischen Journalisten nicht mehr in der Lage, von seinem Stuhl aufzustehen, um ihm die Hand zu schütteln. Der Gesundheitszustand des Autors von "Archipel Gulag", der von den Sowjets in Arbeitslager gesteckt und ins Exil getrieben wurde, hat sich laut der Zeitung seit einem Jahr zusehends verschlechtert. In dem diese Woche durchgeführten Interview sagte Solschenyzin: "Ich bin jetzt müde und auf dem Weg, das Leben zu verlassen." Solschenyzin war erst 1994 wieder aus den USA nach Moskau zurückgekehrt. Unterdessen hat ein früherer Mitkämpfer Solschenyzins, Wladimir Woinowitsch (69), in dem Buch "Porträt auf dem Sockel eines Mythos" Vorwürfe gegen den Schriftsteller erhoben. Er sei sehr von sich eingenommen, akzeptiere keine Kritik und sei davon überzeugt, "dass Gott seine Hand beim Schreiben führt", schrieb Woinowitsch. Während seine früheren Bücher "exzellent" und "prophetisch" gewesen seien, habe sein Talent stark nachgelassen. Solschenyzins in den 80er Jahren veröffentlichte Romane seien zum Teil schwerfällig und unleserlich gewesen. (APA)