Wien - Das Weltbevölkerungswachstum bleibt weiterhin ein prägender Faktor des 21. Jahrhunderts. In den kommenden 50 Jahren wird die Bevölkerungszahl von derzeit 6,2 Mrd. auf 9,3 Mrd. Menschen anwachsen. Die Entwicklung der Weltbevölkerung kennzeichnen aber gegensätzliche Trends. Während in den Industrieländern das Wachstum der Bevölkerung faktisch zum Stillstand gekommen ist, zeichnet sich mit 95 Prozent des Weltbevölkerungswachstums in den Entwicklungsländern eine rasante Dynamik ab. "Das globale Bevölkerungswachstum und die katastrophale HIV/Aids-Ausbreitung betrifft die gesamte Menschheit", erklärte Ulrike Plichta, Geschäftsführerin der Österreichischen Stiftung für Weltbevölkerung und Internationale Zusammenarbeit (SWI).Nicht das Wachstum oder die Schrumpfung an sich, sondern die Dynamik selbst stelle die betroffenen Gesellschaften vor die größten Herausforderungen. Diese Dynamik gelte es zu beeinflussen. "Mit Empowerment der Frauen und Bildungsoffensiven möchten wir die Fertilitätsraten reduzieren und Neuansteckungen bei HIV/Aids verhindern. Es werden bereits konkrete Projekte in Asien und Afrika unterstützt, die vor allem Frauen und Jugendlichen zugute kommen, damit diese die Zahl ihrer Kinder selbst bestimmen und ihr Recht auf Familienplanung durchsetzen können ", so Plichta. Vor allem in Afrika sei seit vielen Jahren die demographische Entwicklung einzigartig. Neben der extrem hohen Fertilität und der sehr jungen Altersstruktur weist der Kontinent den höchsten Anteil an HIV/Aids-Erkrankungen auf. So kommen auf 13 Prozent der Weltbevölkerung, die in Afrika leben, derzeit 70 Prozent aller Aidsfälle weltweit. Daraus resultiert eine dramatisch gesenkte Lebenserwartung. "Bis zum Jahr 2025 wird z.B. in Botswana die Generation der über 40-Jährigen mit einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von nur noch 15 Prozent praktisch ausgestorben sein", beschreibt die Geschäftsführerin das Szenario. Die SWI hat sich zum Ziel gesetzt, Fragen der globalen Bevölkerungsentwicklung in der österreichischen Gesellschaft stärker zu thematisieren. Anlässlich des Weltbevölkerungstages am 11. Juli präsentiert dazu die SWI ihre Broschüre "Dynamik der Weltbevölkerung 2002", die soziale und demographische Daten zu den Ländern und Regionen der Welt beinhaltet, und Strategien bzw. Programme zur Eindämmung der Weltbevölkerung vorstellt. (pte)