Bregenz/Wien - Der freiheitliche Volksanwalt Stadler gerät wegen seines Vergleichs zwischen NS-Zeit und anschließender Besatzung immer stärker unter Druck. FPÖ-Vize Gorbach hält die Aussagen Stadlers für "nicht tolerierbar und völlig verfehlt". "Die Zeit nach 1945 mit der Zeit davor zu vergleichen, ist nicht zulässig", betonte der Vorarlberger FPÖ-Chef. in der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung". Gorbach erklärte, er habe "selbstverständlich ein anderes Geschichtsverständnis als Stadler" und mit dessen Auffassungen "nichts am Hut". Obwohl die Aussagen des Volksanwalts "mehr als nur korrekturbedürftig" seien, will der FPÖ-Vizechef die Diskussion "relativiert" wissen: "Denn so wichtig ist Stadler nicht." Auf die Frage, ob er Stadlers Rücktritt fordere, antwortete Gorbach: "Dieses Thema eignet sich schlecht, um es öffentlich zu diskutieren." Trotzdem könnte der ins Schussfeld der Kritik geratene Stadler bei der niederösterreichischen Landtagswahl im Frühjahr 2003 als Spitzenkandidat der Freiheitlichen antreten. Das berichtet der "Kurier". Stadler habe sich im Wahlkreis Krems bereits auf den ersten Platz der FPÖ-Liste wählen lassen. Damit könnte er sich kurz vor der Wahl als Spitzenkandidat einwechseln lassen. (APA)