Paris - Rund 200 Einwanderer aus Algerien und Osteuropa ohne Aufenthaltsberechtigung besetzen in der zentralfranzösischen Stadt Lyon seit Samstagnachmittag das historische Dokumentationszentrum des Widerstandes und der Deportation (Centre d'histoire de la resistance et de la deportation). Es handelt sich dabei um politische und territoriale Asylbewerber. Sie fordern ein Treffen mit dem Präfekten von Lyon, eine Beschleunigung der Behandlung ihrer Anträge und anständige Wohnbedingungen.Turnhalle als Unterkunft Die Einwanderer haben das Angebot der Stadtverwaltung von Lyon abgelehnt, welche ihnen eine Turnhalle als Unterkunft anbot. Sie waren am vergangenen 28. Juni von 200 Polizisten der Einsatztruppe CRS von einem verlassenen Gebäude der Staatsbahn SNCF im sechsten Stadtbezirk von Lyon weggebracht worden. Daraufhin hatten sie die Kirche Saint-Nizier im zweiten Bezirk besetzt, deren Pfarrer Eric Jacquinet ihnen seine Gastfreundschaft angeboten hatte. Auf Antrag der Kirche und der Präfektur verließen die Ausländer am 4. Juli das Gotteshaus. Im Gegenzug wurde ihnen eine Aussprache mit einem Vertreter der Präfektur zugesichert. Diese Aussprache führte allerdings zu keiner zufriedenstellenden Lösung für die Asylbewerber. (APA)