Hebron/Ramallah/Jerusalem - Mit dem von ihm durchgesetzten Wechsel an der Spitze der palästinensischen Sicherheitsdienste stößt Präsident Yasser Arafat auf massiven Widerstand. Hunderte von Palästinensern haben am Sonntag in Hebron erneut gegen die Abberufung des Geheimdienstchefs im Westjordanland, Oberst Jibril Rajoub, protestiert. Auch in Gaza kam es wieder zu Demonstrationen. Der ägyptische Geheimdienstchef Omar Suleiman sprach unterdessen mit dem israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer über eine Reform der palästinensischen Sicherheitsbehörden.Rajoub hatte am Freitag seiner Entlassung zugestimmt Oberst Rajoub hatte am Freitag seiner Entlassung zugestimmt und damit einen internen Machtkampf beendet. Arafat bot Rajoub daraufhin das Amt des Gouverneurs von Jenin an, was dieser jedoch ablehnte. Zugleich betonte er, dass er Arafat gegenüber loyal bleiben wolle. Zu Rajoubs Nachfolger hat der Präsident den bisherigen Gouverneur von Jenin, Suher Manasra, ernannt, doch zahlreiche Mitglieder der Polizeitruppe haben gedroht, dem neuen Chef die Gefolgschaft zu verweigern. Arafat hatte die Umbildung der Spitze der Sicherheitsdienste als Beweis für seinen Reformwillen angekündigt. Sharon lehnt jeden Kontakt zu Arafat ab Der ägyptische Geheimdienstchef soll in Israel auch von Ministerpräsident Ariel Sharon und Außenminister Shimon Peres empfangen werden und danach zu Gesprächen mit Arafat nach Ramallah fahren. Sharon hat Außenminister Peres nach Informationen der Tageszeitung "Haaretz" zu Kontakten mit dem neuen palästinensischen Finanzminister Salam Fayed sowie mit dem neuen Innenminister Abdel Razzek Yahia aufgefordert. Sharon lehnt jeden Kontakt zu Arafat ab und hat dessen Absetzung gefordert. Der Premier hat nach eigenen Angaben zusammen mit Washington einen geheimen Nahost-Friedensplan ausgearbeitet. Sharon verabschiedete während der wöchentlichen Kabinettssitzung Generalstabschef Generalleutnant Shaul Mofaz. Sharon dankte Mofaz für seinen "großartigen Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus" während der vergangenen vier Jahre. Es habe "einige Siege" gegeben, aber viele Probleme seien noch nicht gelöst, sagte der Premier. Zum Nachfolger von Mofaz wurde General Moshe Yaalon ernannt. Er war 1995 zum Chef des Militärgeheimdienstes, fünf Jahre später zum stellvertretenden Generalstabschef ernannt worden. Schusswechsel Die israelische Armee gab unterdessen zu, am Samstagmorgen im Gebiet von Nezarim im südlichen Gaza-Streifen Schüsse abgegeben zu haben. Es sei möglich, dass dabei eine Palästinenserin und ihre zweijährige Tochter getötet worden seien, hieß es in einer Erklärung des Militärs. Palästinensische Sicherheitskräfte und Ärzte hatten am Samstag mitgeteilt, Soldaten hätten das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet, in dem die 40-jährige Frau mit ihrem Kind unterwegs war. Die Armee hatte dies zunächst bestritten. (APA/dpa/AP)