Kapstadt/Durban - Der irakische Außenminister Naji Sabri hat im Anschluss an die erfolglosen Wiener Gespräche mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan über die Rückkehr von Waffeninspektoren in den Irak am Samstag Kärnten einen Privatbesuch abgestattet. Er wurde von Landeshauptmann Jörg Haider willkommen geheißen, den er als "einen meiner besten Freunde" bezeichnete. "Aber ich habe viele Freunde in Österreich", fügte Sabri hinzu. Zur Kritik am Besuch Sabris in Kärnten sagte Haider, dass dieser auch von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und vier weiteren Regierungsmitgliedern empfangen worden sei.Ferrero-Waldner hat nach Angaben des Außenministeriums Naji Sabri vergangene Woche nicht getroffen. Der Leiter der Presseabteilung des Außenministeriums, Martin Weiss, widersprach damit am Samstag der Aussage Haiders. Hinsichtlich der anderen von Haider erwähnten "vier Regierungsmitglieder" sagte Weiss, er könne sich vorstellen, um welche Personen es sich dabei gehandelt haben könnte, im Außenministerium wisse man jedoch "von keinem konfirmierten Treffen, dass es stattgefunden hätte". SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl hält die Aussagen Haiders und die Replik des Außenministeriums für "äußerst aufklärungsbedürftig". Gut vorbereitet Ein US-Angriff auf den Irak würde die Stellung von Präsident Saddam Hussein nach Ansicht seines Vizepremiers nur stärken. Jede Führung in der arabischen und in der Dritten Welt, die gegen die Amerikaner kämpfe, werde daraus in den Augen der jeweiligen Völker nur gestärkt hervorgehen, sagte der iranische Vizepremier Tarik Aziz am Samstag in Kapstadt. Mit Blick auf Berichte über US-Planungen für einen Angriff auf den Irak sagte Aziz: "Wir wissen, dass sie einen Angriff auf den Irak vorbereiten, aber ich habe keine Angst. Wir sind sehr gut vorbereitet, um unser Land zu schützen." (DER STANDARD, Printausgabe, 8.7.2002)