Wien - Der österreichische Erdöl- und Gaskonzern OMV befindet sich unter den sechs Gesellschaften, mit denen die kroatische Regierung Gespräche bezüglich der Privatisierung der kroatischen Ölkonzerns INA aufnehmen wird. Das berichten Medien in Kroatien. Die Regierung will sich von 25 Prozent plus eine Aktie trennen. Ursprünglich waren zehn Gesellschaften ins Rennen um die INA-Sperrminorität gegangen. Unter Berufung auf inoffizielle Kreise nennen die kroatische Nachrichtenagentur HINA und die Tageszeitung "Jutarnji list" neben der OMV als mögliche Käufer des INA-Anteils in der engeren Auswahl noch die ungarische MOL, die griechische Hellenic Petroleum, die russischen Konzerne Lukoil und Rosneft sowie die französisch-italienische Edison Gas. Die Regierung will in den nächsten Tagen bekannt geben, wer im Rennen um die INA-Anteile weiter im Rennen bleibt. Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte diese "Shortlist" bereits früher veröffentlicht werden sollen. Die Berater der Regierung beim Privatisierungsprozess, PriceWaterhouseCooper und die Deutsche Bank, sollen zu einer Verschiebung der Entscheidung geraten haben. Bewerber Früheren Angaben zufolge sollen nicht weniger als drei Bewerber in die Endausscheidung kommen. Diese können dann über den Sommer das Unternehmen im Rahmen einer Due-Diligence-Prüfung genau unter die Lupe nehmen. Anschließend müssen die Bewerber definitive Gebote für die INA-Anteile legen. Der Preis für das 25-Prozent-Paket soll sich Medienberichten zufolge zwischen 300 und 350 Mill. Euro bewegen. Der gesamte Privatisierungsprozess soll Jahresende oder im ersten Quartal 2003 abgeschlossen werden. INA beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und setzte im vergangenen Jahr umgerechnet 2,2 Mrd. Euro um. 2001 hat das Unternehmen 2 Millionen Tonnen Rohöl und 1,8 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert. INA betreibt zwei Raffinerien und zwei Schmieröl-Produktionsstätten in Kroatien, in denen im Vorjahr 4,8 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet wurden, sowie insgesamt 450 Tankstellen in und außerhalb Kroatiens. Im Inland wurden 2001 rund 1,2 Millionen Tonnen an Ölprodukten abgesetzt. (APA)