Der Schweizer Verlag Ringier hat am Sonntag juristische Schritte gegen die deutsche Visagistin Djamile Rowe angekündigt. Die 34-jährige Berlinerin hatte, wie zuvor bekannt geworden war, in einer eidesstattlichen Erklärung ihre einstige Behauptung zurückgenommen, wonach sie mit dem früheren Schweizer Botschafter in Berlin, Thomas Borer, eine sexuelle Beziehung gehabt habe. Die damalige Behauptung war ebenfalls eidesstattlich abgegeben worden. Rowe wirft dem Verlag nun vor, ihr für die Enthüllung der angeblichen Sex-Affäre Geld angeboten zu haben. Sowohl die deutsche "Bild am Sonntag" als auch die Schweizer "SonntagsZeitung" zitierten aus der Erklärung. Darin erhebt Rowe auch schwere Vorwürfe gegen das Verlagshaus Ringier. Sie sei von einer Reporterin der "Blick"-Zeitung massiv unter Druck gesetzt worden, sagte Rowe. Verleger Michael Ringier habe ihr einen hohen Geldbetrag angeboten, wenn sie eine vermeintliche sexuelle Beziehung zu Borer "eingestehe". "Unaufhebbarer Widerspruch zu früheren Erklärungen" In einem Stellungnahme vom Sonntag wies Ringier die Aussagen von Rowe entschieden zurück. "Sie stehen in unaufhebbarem Widerspruch zu früheren Erklärungen von Frau Rowe in zahlreichen Medien im In-"und Ausland". Die Aussagen stünden auch im Gegensatz zu der eidesstattlichen Erklärung, welche sie Anfang April Ringier gegenüber abgegeben habe, heißt es weiter. Der Ringier-Verlag leite unverzüglich juristische Schritte gegen Rowe ein. Diese Schritte würden nicht weiter kommentiert, sagte Ringier-Pressesprecher Fridolin Luchsinger. Borer war Anfang April von seinem Botschafterposten in Berlin abberufen worden, nachdem die angeblichen sexuellen Kontakte zwischen Rowe und Borer bekannt geworden waren. "Der Entscheid des Bundesrats hatte nichts mit dem Privatleben von Thomas Borer zu tun", sagte Ruedi Christen, Sprecher des Schweizer Außenministeriums, am Sonntag. "Wenn Frau Rowe jetzt wieder etwas Neues erzählt, dann ist das ihre Sache und nicht unsere", sagte Christen weiter. (APA/sda)