Wien/Warschau - Der Konkurs der Stettiner Werft, eines der größten Unternehmen Polens, trifft auch die Bank Austria: Ihr Risiko liege dem Vernehmen nach zwischen 50 und 70 Mill. Euro, schreibt das "WirtschaftsBlatt" in seiner aktuellen Wochenendausgabe. Die Stettiner Werft, die samt Zulieferfirmen 16.000 Mitarbeiter beschäftigt, ist gilt als Gesamtholding bei den Banken mit 1,8 Mrd. Zloty (446 Mill. Euro) verschuldet. Laut Warschauer Finanzkreisen sollen davon auf die Polen-Tochter der Bank Austria zwischen 200 und 280 Mill. Zloty fallen, umgerechnet zwischen 50 und 70 Mill. Euro. Dieser Betrag komme "der Realität sehr nahe", zitiert das Blatt die Investor Relations-Sprecherin Jadwiga Zareba in Warschau. Vorgesorgt Die Bank Austria habe für das Obligo bereits vorgesorgt: "30 Prozent sind in den Risikovorsorgen des Vorjahres enthalten, 20 Prozent fallen auf das erste Quartal 2002", sagte Zareba. Außerdem gebe es Sicherheiten auf Immobilien, Schiffe und andere Beteiligungen. Trotz der Stettiner Werft soll das Ergebnis des Polen-Tochter im zweiten Quartal 2002 nicht beeinträchtigt werden. Im ersten Quartal sei der Gewinn um ein Drittel auf 15,4 Mill. Euro gefallen. Die Sprecherin zeigte sich aber zuversichtlich, heuer das Vorjahresergebnis von 26 Mill. Euro verbessern zu können. Seit die Werft ihre Produktion im März 2002 einstellen musste, haben die Beschäftigten keinen Lohn mehr erhalten. Bei Demonstrationen forderten 6.000 Werftarbeiter die Politiker auf, sich für den Fortbestand der Werft einzusetzen. Ende Juni hatten die privaten Eigentümer Gläubigerschutz beantragt, über den ein Gericht noch entscheiden muss. Die Stettiner Werft galt als eine der erfolgreichsten in Europa. (APA)