1968 hat Umberto Eco sein überaus einflussreiches Buch "La struttura assente. Introduzione a la ricerca semiologica" veröffentlicht. In der 1972 erschienenen polnischen Übersetzung hieß es "Pejza semiotyczny" - semiotische Landschaft.

Ins grenzüberschreitend verständliche Englisch gebracht, betitelt "semiotic landscape" nun eine generationsübergreifende Auswahl von Künstlern in den Wiener Galerien Charim und artlab.

Die Ausstellung findet im Rahmen des Polnischen Jahres in Österreich 2002 statt. Anschließend wird sie von 18. Oktober bis 17. November 2002 im Xawery-Dunikowski-Museum für Skulptur in Warschau zu sehen sein. Kuratiert wurde die kleine Schau von Dorota Monkiewicz vom Nationalmuseum in Warschau.

Monkiewicz gruppiert um konzeptuelle Positionen der 70er-Jahre - Valie Export oder Ewa Partum haben um die Zeit des Erscheinens von Ecos Buch an semiotischen Interpretationen des städtisch/öffentlichen Raumes gearbeitet - einen Mix von Künstlern, die allesamt das inflationäre Wuchern der Zeichen und Signale, der Logos und Labels analysieren, kritisch oder "bloß" lustvoll befragen: Anna Baumgart, Christine Gloggengießer, Edgar Honetschläger, Kijewski/ Kocur, Zofia Kulik, Peter Weibel, Mariola Przyjemska, Joanna Raikowska, Pawel Susid, Leo Zogmayer, Jadwiga Sawicka, Wilhelm Sasnal, Robert Maciejuk, Christina Breitfuß, Sebastian Weissenbacher und Andreas Leikauf.

Ziel der zweigeteilten Landschaft aus symbolischen Gebilden, fragmentarischen Erzählungen, Neo-Pop-Strategien und Kitschaffirmationen ist "die Entwicklung wechselseitiger Beziehungen, Herausbildung von cross-relations zwischen Nationalitäten, Kunst Generationen und visuellen Strategien im Kontext des aktuellen europäischen Kunstschaffens". Nicht weniger. Saisonbedingt bleibt die semiotische Landschaft an Samstagen geschlossen. (mm)