Whitehouse Station - Der US-Pharmakonzern Merck hat nach der Affäre um die Richtigkeit seiner Bilanzen den geplanten Börsengang seiner Tochter Medco Health Solution verschoben. Das Unternehmen werde in dieser Woche keine Preisspanne für den geplanten Börsengang der Vertriebstochter bekannt geben, teilte Merck am Unternehmenssitz in Whitehouse Station am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Dies sei "ausschließlich aus Markgründen" geschehen. Merck plane weiter, aus Medco ein eigentständiges börsennotiertes Unternehmen zu machen und sich abhängig von der Marktlage binnen zwölf Monaten vollkommen von der Tochter zu trennen. Der Medco-Börsengang war bereits mehrfach verschoben worden. Die Merck-Aktie war am Montag nach Berichten unter Druck geraten, das Unternehmen habe in den vergangenen drei Jahren über zwölf Mrd. Dollar (12,2 Mrd. Euro) in seinen Bilanzen verbucht, die nie eingenommen wurden. Dabei ging es um Umsätze von Medco aus Medikamentenverkäufen. Hier wurden offenbar Teilzahlungen, die von den Apotheken einbehalten werden, als eigene Einnahmen ausgewiesen.(APA)