Hamburg - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und sein Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) wollen sich beide von ihren Frauen in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfes unterstützen lassen, setzen dabei aber auf deutlich unterschiedliche Rollen. So soll Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf wie schon 1998 ihr eigenes Profil herausstellen und "keineswegs nur passiv" sein, wie Schröder im "Rede-Duell" mit Stoiber der "Bild"-Zeitung (Montag-Ausgabe) sagte. Dagegen geht Stoiber bei seiner Ehefrau davon aus, dass sie wie schon während seiner Zeit als bayerischer Ministerpräsident eher Zurückhaltung übt: "Sie steht ja auch nicht zur Wahl". Schröder sagte zu den Wahlkampf-Aufgaben seiner Frau: "Ihre eigene Rolle wird sicherlich so sein, dass sie in den inhaltlichen Fragen, die sie interessieren, im wahrsten Sinne des Wortes auch kein Blatt vor den Mund nimmt." Seine Frau solle eine wichtige und auch unterstützende Rolle spielen, "die ein deutliches eigenes und eigenständiges Profil verraten wird". Dagegen betonte der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident, seine Frau werde ihn so unterstützen, wie sie das in der Vergangenheit auch getan habe. "Nicht mehr und nicht weniger." Stoiber fügte hinzu: "Aber sie wird sicherlich keine eigene politische Rolle spielen wollen". Karin Stoiber hielt sich bis zur Kandidatur ihres Mannes mit eigenen politischen Bemerkungen fast vollkommen zurück und gab nur ausnahmsweise Interviews. Seitdem er als Herausforderer fest steht, änderte sich dies aber etwas: So forderte sie zuletzt Eltern auf, mit ihren Kindern zusammen Fernsehen zu schauen, um sie mit Fragen nicht allein zu lassen. Die Spitzenkontrahenten bei der Bundestagswahl am 22. September repräsentieren im Familiären vollkommen gegensätzliche Lebensmodelle: Während Schröder in vierter Ehe mit seiner Frau verheiratet ist, sind Stoiber und seine Gattin bereits seit 1968 verehelicht. Die beiden haben drei Kinder und zwei Enkelkinder; Schröders Frau Doris hat eine Tochter mit in die Ehe gebracht.(APA)