München - "Der österreichische Volksanwalt Ewald Stadler (FPÖ) ist in den Verdacht der verbotenen Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts geraten", schreibt am Montag die "Süddeutsche Zeitung". Der vom Wiener Parlament bestellte Ombudsmann gegen Behördenwillkür habe bei einer Sonnwendfeier erklärt, Österreich sei "1945 - und das ist zur Staatsideologie geworden - angeblich vom Faschismus und der Tyrannei befreit worden". "Als ein Sturm der Entrüstung losbrach, wurde Stadler vom FPÖ-Schattenvorsitzenden, dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider, verteidigt." "Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Als Volksanwalt ist Stadler jedoch praktisch nicht absetzbar. Der Beschuldigte ließ wissen, er denke keineswegs an Rücktritt, vielmehr kritisierte er im Rundfunk den 'Meinungsterror' des 'linken Mobs'. (...) Selbst FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky ging gegen den Parteifreund vor: 'Wer den Tausenden Österreichern, die in den Gefängnissen und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten stündlich mit ihrem Tod rechnen mussten oder auf andere Art und Weise dieses Regime als Unterdrückung erlebten, nicht zugesteht, diesen Tag als ihre Befreiung zu erleben und die Rote Armee, die auch Auschwitz befreit hatte, als ihre Befreier zu begrüßen, verhöhnt das Schicksal jener, die diesen Tag nicht mehr erleben konnten.' ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat forderte die FPÖ-Vorsitzende Susanne Riess-Passer auf, Stadler zum Rücktritt zu zwingen." (APA)