Graz - Jener steirische Kurarzt, der am vergangenen Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einer teilbedingten Haftstrafe von 14 Monaten verurteilt worden war, meldete gegen das Urteil Berufung an. Der Mediziner wurde für schuldig befunden, selbst eine Selenspritze gemischt und sie einer Patientin verabreicht zu haben. Auf Grund eines Rechenfehlers war die Dosis viel zu hoch und die Frau starb wenige Stunden nach der Behandlung.14 Monate Haft Richard B. wurde nach zweitägiger Verhandlung zu 14 Monaten Haft, davon vier unbedingt, verurteilt. Diese Strafe scheint dem Mediziner offenbar zu hoch zu sein: "Wir melden volle Berufung an", erklärte sein Verteidiger Robert Miklauschina am Montag. Das Urteil bleibt daher bis auf weiteres nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Graz wird nicht gegen das Urteil berufen. Vorläufiges Berufsverbot Einen Tag nach dem Prozess wurde Freitagabend ein vorläufiges Berufsverbot über den Arzt und Naturmediziner verhängt. Die Schließung der Praxis erfolgte auf Betreiben der steirischen Sanitätsbehörde. Die steirische Ärztekammer hatte ein Verfahren beim Disziplinarrat der Österreichischen Ärztekammer in Gang gesetzt, das Verfahren aber unterbrochen, um den Ausgang des Prozesses abzuwarten. Ärztekammer-Chef Wolfgang Routil hatte sich am Freitag ebenfalls für ein Berufsverbot für den Arzt ausgesprochen. (APA)