New York - Die Behörden in den USA wollen eine halbe Million Ärzte, Rettungskräfte und Angestellte im Gesundheitsweisen gegen Pocken impfen und Massenimpfungen der Bevölkerung gegen Pocken vorbereiten. Dies berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf Regierungsbeamten. Noch im Juni hatte der Impfrat des Gesundheitsamts (CDC) in Atlanta (US-Staat Georgia) beschlossen, dass trotz erhöhter Terrorgefahr keine landesweiten Pockenimpfungen eingeführt werden. Damals wurde ein begrenztes Impfprogramm bis zu 15.000 Angestellte im Gesundheitswesen empfohlen. Die Pläne für Massenimpfungen im Falle eines verheerenden Ausbruchs der Krankheit wurden im Zusammenhang mit einem möglichen Angriff der USA auf den Irak geschmiedet, schrieb die "New York Times". Zudem sei die Regierung von Präsident George W. Bush wegen des beschränkten Impfprogramms in die Kritik geraten. Impfstoff für alle US-Amerikaner bald verfügbar Ein Regierungsbeamter sagte, das erweiterte Impfprogramm sei nun möglich, da man über zusätzlichen Impfstoff verfüge. Nach Angaben anderer Beamter verfügen die USA derzeit über 100 Million Dosen des Pocken-Impfstoffs. Bis Ende des Jahres oder bald darauf könnte demnach genügend Impfstoff vorhanden sein, um theoretisch alle 280 Millionen Bürger der USA gegen Pocken zu impfen. Eine Entscheidung über mögliche Massenimpfungen ist aber noch nicht gefallen. Routineimpfungen gegen Pocken gibt es in den USA seit 1972 nicht mehr. Die Krankheit gilt weltweit seit 1980 als ausgerottet. Pockenviren existieren seitdem nur noch in Hochsicherheitslabors in den USA und Russland. Nach den Terroranschlägen warnten Wissenschaftler davor, dass Terroristen sich Virenstämme beschaffen und Anschläge damit verüben könnten. Die US-Behörden begannen daraufhin, ihr Arsenal an Impfstoff aufzustocken.(APA/dpa)