Die deutsche Bundesregierung ist heute Medienberichten entgegen getreten, sie suche nach einem Ersatzkandidaten für den Chef der Deutsche Telekom , Ron Sommer. Regierungssprecherin Charima Reinhardt sagte auf eine entsprechende Frage am Montag: "Es gibt keinen Grund für Spekulationen". Für Personalentscheidungen sei der Aufsichtsrat zuständig. Der deutsche Bund ist mit rund 43 Prozent der größte Aktionär der Telekom. Berichte Nach deutschen Medienberichten vom Wochenende will die Bundesregierung Telekom-Chef Sommer so schnell wie möglich ablösen. Nach Informationen des Magazins "Focus" und der "Berliner Zeitung" strebe der Bund, der Großaktionär des mit 65 Mrd. Euro Schulden belasteten Unternehmens ist, eigentlich einen Führungswechsel noch vor der Bundestagswahl am 22. September an. Ein Sprecher des Finanzministeriums wies den "Focus"-Bericht bereits am Sonntag als "reine Spekulation" zurück. Man sehe keinen Grund, Sommer abzulösen. Außerdem sei der Aufsichtsrat für eine solche Entscheidung zuständig. Über eine Ablösung Sommers war in den vergangenen Wochen mehrfach spekuliert worden. Druck Nach Angaben der Zeitung werde auf die Bundesregierung vor allem von der Dresdner Bank, der Hausbank der Telekom AG, Druck ausgeübt. In der vergangenen Woche habe der frühere Dresdner Bank-Chef Bernhard Walter, der seit 1999 Mitglied des Telekom-Aufsichtsrats ist, bei Finanzstaatssekretär Manfred Overhaus interveniert. Walter habe auf die Empörung im Aufsichtsrat über die mangelhafte Information des Kontrollgremiums über die Schieflage des Unternehmens hingewiesen. In einem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Telekom, Hans-Dietrich Winkhaus, sei bereits die Einberufung einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung angeregt worden. Ein förmlicher Antrag sei jedoch noch nicht gestellt, hieß es im deutschen Finanzministerium. Alternativen "Wenn es einen Interessenten gäbe vom Schlage eines Jürgen Schrempp (DaimlerChrysler) würde man es machen. Aber es gibt keinen", hieß es am Sonntag laut "Berliner Zeitung" in gut unterrichteten Regierungskreisen "und es wird sich wahrscheinlich vor der Bundestagswahl auch keiner melden." Erfreut Unterdessen haben Aktionärschützer eine mögliche Ablösung von Sommer noch vor der Bundestagswahl begrüßt. "Wir haben auf der Hauptversammlung dem Vorstand das Vertrauen verweigert, weil wir mit der Entwicklung der T-Aktie unzufrieden sind", sagte Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre der Münchner "Abendzeitung" (Montagausgabe). Eine Ablösung sei dann die letzte Konsequenz. (APA/Reuters)