Wien - Die Grünen werden diese Woche einen Dringlichen Antrag zur Causa Stadler im Parlament einbringen. "Wir lassen diese Sache nicht auf sich beruhen und verlangen entsprechende Konsequenzen", so der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen Montagnachmittag gegenüber der APA. In dem Dringlichen Antrag wird verlangt, dass die "unentschuldbaren Aussagen" des FPÖ-Volksanwalts Ewald Stadler zurück gewiesen werden und die Regierung eine Rücktrittsaufforderung an Stadler gibt. Die Aussagen von Vizekanzlerin und FP-Chefin Susanne Riess-Passer zu Stadler bezeichnete Van der Bellen als "befremdend und inakzeptabel". Riess-Passer bezeichne zwar die Reaktionen auf Stadler als hysterisch, "aber für die Äußerungen des FPÖ-Volksanwalts findet sich kein entsprechendes Wort". Die FPÖ-Chefin schließe damit auch nicht aus, dass jemand, der in den Verdacht gerate, als Sympathisant des Nationalsozialismus zu erscheinen, Spitzenkandidat der Freiheitlichen in Niederösterreich werde. "Das ist der Gipfel, damit wird das Problem Stadler zu einem Problem der FPÖ überhaupt". Für Kuntzl demonstriert Riess-Passer "Generalohnmacht" SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl bezeichnete es als "unfassbar", dass Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer (F) keinen Handlungsbedarf in der Causa Stadler sehe. Indem sich die FPÖ-Chefin demonstrativ hinter den FP-Volksanwalt Ewald Stadler stelle, habe sie sich als Vizekanzlerin endgültig disqualifiziert und einmal mehr ihre "Generalohnmacht" dokumentiert, so Kuntzl in einer Aussendung. Der "de facto-Obmann Haider hat am Samstag den Schutzmantel über Stadler ausgebreitet, nach tagelangem Schweigen macht es ihm Riess-Passer nun gleich". Völlig offen ist für Kuntzl, worin Riess-Passer in den Stadler-Aussagen - er halte eine Bewertung, welches Regime schlimmer war, die Nazis oder die Alliierten "für unanständig" - eine Klarstellung erkennt. Für Kanzler Wolfgang Schüssel (V) zeige sich einmal mehr, wohin es führe, wenn man einen Pakt mit Rechtspopulisten eingeht. "Die Verantwortung liegt nun beim Bundeskanzler", erklärte Kuntzl. (APA)