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Facility-Management macht Immobilien "gläsern", damit Manager einen so klaren Einblick in die Produktivität ihrer Anlage haben wie Fensterputzer, deren Einsatz FM verwaltet.

Foto: APA/Gerten
Wien - Es sind nicht nur große Unternehmen, die in Auslandsmärkten ihre Chance ergreifen. Das Wiener Softwarehaus A-Null, ein Spezialist für Architektur- und Bausoftware, expandiert seit einigen Jahren mit Verkauf und Umsetzung von Softwarelösungen für Facility-Management (FM) erfolgreich in den deutschen Markt. Damit können Gebäude, Immobilien und alle Arten von Anlagen computerisiert verwaltet werden und im Unternehmen Transparenz über Verwendung, Kosten und Nutzen des Immobilienvermögens schaffen. Zu den großen deutschen Kunden, die A-Null zuletzt an Land ziehen konnte, zählt O2 (der Mobilfunker Viag Interkom), die Allianz Dresdner Immobiliengruppe, die ABB Grundbesitz GmbH (Immobilientochter der deutschen ABB) und die ATIS Real Müller Gruppe, einer der größten deutschen Gewerbeimmobilien-Vermittler. In Österreich sind u. a. die Energieversorger EVN und Steweag, Mobilkom und die Generali Group Vienna Anwender von FM-Lösungen von A-Null. "Wir verstehen Facility-Management nicht einfach als technische Gebäudeinstandhaltung, für die ein computerisiertes Inventar erstellt wird, sondern als ein Managementinstrument, um die Beziehung zwischen Menschen und Anlagen darzustellen", erklärt A-Null-Kogeschäftsführer Peter Prischl. Produktivität Dadurch sollen materielle wie immaterielle Infrastrukturen verwaltet werden, um ihre Produktivität zu erhöhen. So könne man damit Lagerflächen von Handelsketten effizienter planen, den Übersiedlungsablauf in einem Unternehmen oder den Umgang mit Besuchern - "vom Aviso für den Empfang, der Frage, ob ein Parkplatz oder Hilfe nötig ist, Sicherheitsfragen im Unternehmen bis zum Warten in angenehmer Umgebung". Trotz der Flaute in der Baubranche wird dem auf 50 Mio. Euro geschätzten computerisierten FM-Markt in Österreich und Deutschland ein Wachstum zwischen fünf und zehn Prozent vorausgesagt. Prischl: "Wir wollen deutlich über dem Markt wachsen." Kleinheit sieht Prischl dabei als Vorzug gegenüber großen Beratungsunternehmen. "Wir sind die Maßschneiderei, die sich in das Thema FM verbissen hat. Beraterunternehmen mit Zehntausenden Mitarbeitern haben nicht mehr Wissen als wir." Um diese Kompetenz darzustellen, sei das Engagement bei Bildungseinrichtungen wie der TU Dresden oder der Donauuni Krems sehr wesentlich. Paroli bieten Der Weg in den Export sei dabei unumgänglich gewesen: "Unsere wesentlichen Konkurrenten in Österreich sind deutsche Anbieter. Wenn wir ihnen nicht auf ihrem Heimatmarkt konkurrieren, können wir ihnen auch hier nicht Paroli bieten", erklärt Prischl. Derzeit unterhält die 60 Mitarbeiter zählende A-Null Büros in Wien, Frankfurt und München und will künftig auch in Berlin, Hamburg und Düsseldorf präsent sein - "weil es für den Kunden wichtig ist, dass wir in drei Stunden da sind". (Helmut Spudich, DER STANDARD, Printausgabe 9.7.2002)