Berlin - Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Karl Lamers, hat seine scharfe Kritik an der israelischen Anti-Terror-Politik erneuert. Zugleich verwahrte er sich am Dienstag in einem Rundfunkinterview gegen Antisemitismus-Vorwürfe. Im Südwestrundfunk (SWR) bemerkte er zu dem israelischen Vorgehen gegen palästinensischen Terror: "Man kann Terroristen nur besiegen, wenn man alles verhindert, dass sie eine wirkliche Widerstandsbewegung werden. Und das Gegenteil tun die Israelis." Zuvor hatte Lamers der Berliner "tageszeitung" (taz) gesagt: "Man muss sehen, dass die israelische Regierung mit ihren Methoden objektiv den Terrorismus fördert." Im SWR appellierte Lamers an Israel, den Palästinensern eine "politische Perspektive" zu geben. Einen Vergleich zwischen seinen Äußerungen und der Kritik des stellvertretenden FDP-Chefs Jürgen Möllemann an Israels Premier Ariel Sharon wollte Lamers nicht zulassen: "In diese Gesellschaft gehöre ich nicht." Er betonte aber auch, mit den Vorwürfen gegen den FDP-Vize habe man es sich "zu einfach gemacht". Auch der frühere langjährige deutsche Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hatte scharfe Kritik an Sharon geübt und in einem "stern"-Interview erklärt, er könne in den Aktionen des israelischen Militärs "keinen Abwehrkampf gegen den Terrorismus sehen - sondern nur Vernichtung".(APA/AP/dpa)