Basel - Bilanzmanipulationen und Fehlbuchungen bei US-Unternehmen haben nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Schwächen im Prozess der Aufbereitung von Finanzinformationen für die Anleger deutlich gemacht. Durch die Vorgänge um Firmen wie Enron, Xerox, Tyco und Worldcom würden die Investoren abgeschreckt, die Marktpreise würden verzerrt, und es könnte zu einer Fehlallokation von Kapital kommen, schrieb die BIZ in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht.Zuverlässige Informationen über die Lage und die Aussicht einzelner Unternehmen gelten "als das Lebenselexier der Märkte". Konjunkturerholung Trotz hoher Schuldenquoten in einigen Ländern und der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zuversichtlich betreffend die weltweite Konjunkturentwicklung. Die jüngsten gesamtwirtschaftlichen Indikatoren seien ermutigend. Weitere Altlasten Die Börsen, vor allem in den USA, seien immer noch hoch bewertet, heißt es im Jahresbericht der BIZ. Zudem seien die Analystenschätzungen für die zukünftigen Unternehmensgewinne recht optimistisch. Nach einer Zeit, in der Unternehmensgewinne offenbar stark geschönt worden seien, müsse aber mit weiteren Altlasten und damit mit Druck auf die Aktienkurse gerechnet werden. Der Generaldirektor der BIZ, Andrew Crockett, will im kommenden März zurücktreten, wie er am Rande der Generalversammlung mitteilte. (Reuters, APA, DER STANDARD, Printausgabe 9.7.2002)