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Salzburg - Wann kommt Ed Fagan? Einmal mehr stand Montag der US-Anwalt zumindest in den Pausen des Kaprun-Prozesses im Mittelpunkt der Diskussionen. Der Anwalt hatte behauptet, dass Ermittlungsergebnisse unvollständig an das Gericht weitergeleitet worden seien. Deshalb war Fagan zu Beginn des Verfahrens um die Brandkatastrophe am Kitzsteinhorn als Zeuge geladen worden. Ursprünglich war geplant, Fagan kommenden Donnerstag zu hören. Bis Montagnachmittag sei aber nicht klar gewesen, "ob Fagan auf eine formelle Ladung durch ein US-Gericht bestehe", sagte Richter Manfred Seiss gegenüber dem STANDARD. Eine Entscheidung, wann der Advokat seinen Auftritt haben wird, soll heute, Dienstag, fallen. "Er ist ein viel beschäftiger Mann", warb der mit Fagan kooperierende Privatbeteiligtenvertreter Jürgen Hinterwirth um Verständnis für die "Terminschwierigkeiten". Für den Verfahrensfortschritt dürfte aber ohnehin den ebenfalls für Donnerstag geplanten Aussagen der Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Zentrums beim Innenministerium mehr Bedeutung zukommen. Die nach Eröffnung des Beweisverfahrens am Montag befragten Zeugen konnten wenig beitragen. Jener Brandsachverständige, der 1999 an der bau- und gewerbebehördlichen Verhandlung zum Umbau des Alpincenters teilnahm, bestätigte zwar, dass nur eine nach jedem Öffnen selbst schließende Brandschutztür "Sinn mache". Dies sei aber in der entsprechenden Ö-Norm nicht explizit festgehalten. Giftige Gase Beim Unglück am 11. November 2000 war bei der Flucht vor den Rauchgasen diese Türe aufgedrückt worden. Danach aber schloss sie sich nicht mehr, so dass die giftigen Gase ins obere Alpincenter drangen. Drei Menschen starben dadurch. Insgesamt kamen bei der Brandkatastrophe 155 Menschen ums Leben. (Thomas Neuhold und Stefan Tschandl/DER STANDARD, Printausgabe, 9.7.2002)