Wien - Das Volumen der Publikums-Investmentfonds in Österreich ist heuer erstmals geschrumpft, stellte der Leiter der Finanzmärkte der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, Gerhard Rehor, am Montag in einem Pressegespräch fest. Es verringerte sich von 51,7 Mrd. Euro zu Jahresende 2001 auf 51,2 Mrd. Euro zur Jahresmitte 2002. Als Hauptursache dafür nannte er die Kursverluste bei Aktien. Aber auch die Zurückhaltung der Anleger und deren wachsendes Misstrauen nach den Bilanzskandalen habe sich negativ ausgewirkt. So hätten vor allem Fonds, die in Hightech-Papieren engagiert seien, stärkere Rückflüsse. Die derzeitige Situation auf den Aktienmärkten sei für Investoren eine gute Gelegenheit, um wieder einzusteigen, meinte Rehor. Eine zweijährige Abschwungphase habe wieder zu einem vernünftigen Bewertungsniveau geführt. Außerdem sollten sich die starken Zinssenkungen des Vorjahres positiv auf die weitere Konjunkturentwicklung auswirken. Engagements in Aktienfonds müsse man längerfristig betrachten, dozierte Rehor. Es sollte ein Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren gegeben sein. "Wer jetzt wartet, bis die Märkte wieder anziehen, verpasst einen günstigen Einstiegszeitpunkt." (gb, DER STANDARD, Printausgabe 9.7.2002)