Salzburg - Mit der von Raumplanern und Flussbauexperten aufgrund der rasanten Eintiefung des Flusses dringend empfohlene Sanierung der Salzach wird frühestens ab 2006 begonnen. Wie der ressortzuständige VP-Landesrat Sepp Eisl in Beantwortung einer von den Grünen gestellten Landtagsanfrage erläuterte, sei für den 63 Kilometer langen Abschnitt von der Landeshauptstadt bis zur Mündung in den Inn eine Bauzeit von 30 Jahren veranschlagt.Den nicht gerade zügigen Projektfortschritt erklärt Eisl mit dem "Bearbeitungsumfang" der Behördenverfahren. Bis März 2003 sollten aber das gesetzlich notwendige Raumordnungsverfahren in Bayern und die nicht zwingend notwendigen "informellen Raum- verträglichkeitsprüfungen" in Salzburg und Oberösterreich abgeschlossen sein. Erst dann könne man an die Planung gehen. Notwendig wird die Sanierung des Flusslaufes durch die Sohleeintiefung von bis zu einem Meter in zwanzig Jahren. Der in ein kanalähnliches Gerinne gezwängte Gebirgsfluss fließt zu schnell und frisst sich ungehindert in den Boden. Dazu kommt noch, dass durch die Wildbachverbauungen und die Kraftwerke am Oberlauf zu wenig Schotter als Geschiebe vom Wasser mitgenommen wird. An einigen Stellen ist der schützende Schotter bereits abgetragen, der Fluss gräbt sich in den weichen Tonuntergrund. Die Folge: Riesige Böschungsabschnitte hängen in der Luft, beim nächsten größeren Hochwasser werden sie unterspült, und weite Teile des Flachlandes stehen unter Wasser. Auch wenn es zu keiner Katastrophe kommen muss, warnen die Experten vor massiven Schäden an der Infrastruktur des dicht besiedelten Gebietes. Vonseiten des Salzburger Gewässerschutzes strebt man eine Verbreiterung des Flussbettes mit Auen und Seitenarmen zur Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit an. Als Zielvorgabe gilt der 1817 vermessene Flussverlauf. Besonders akut sei das Problem im Freilassinger Becken nördlich der Flachgauer Stadt Oberndorf, so Eisl. Hier könnte "bei sichergestellter Finanzierung" der Umbau des Flusslaufes nach zehn Jahren fertig sein. Für die Finanzierung auf österreichischer Seite sei aber der Bund zuständig. Geschätzte Gesamtkosten: 290 Millionen Euro. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 9.7.2002)