München - Eine "Entgiftungskur für Kunstwerke" hat die Münchner Fraunhofer Gesellschaft (FhG) entwickelt. Mit dem neuen Verfahren sollen Holzskulpturen von giftigen Pestiziden befreit werden, teilte die FhG, Deutschlands größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung, am Montag mit. In vielen Museen und Kirchen stünden mit Holzschutzmitteln (Lindan, PCP, DDT) behandelte Kunstwerke, die die Raumluft belasten und die Oberfläche des Holzes mit einer weißen Kristallschicht überziehen, schreiben die Forscher. "Wenn nicht immer mehr Kunstgegenstände aus Holz im Giftdepot verschwinden sollen, müssen umweltverträgliche Lösungen gefunden werden, um die einzigartigen Objekte für Kunstfreunde weiterhin zugänglich zu machen und langfristig zu erhalten", sagte Projektleiter Achim Unger. Um die schädlichen Substanzen aus dem Holz zu entfernen, haben die Wissenschaftler den Angaben zufolge ein Verfahren mit sogenannten überkritischen Gasen entwickelt. In einer Druckkammer werde Kohlendioxid komprimiert und löse die gefährlichen Substanzen aus dem Holz. Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens sei, dass das Holz nicht aufquillt, denn die Oberflächenspannung des "überkritischen Kohlendioxids" sei gering. Mit dem derzeitigen Stand der Entwicklung könnten bis zu 75 Prozent des DDT und bis zu 90 Prozent des Lindans aus dem Holz entfern werden. "Wir möchten die Kunstwerke zu über 90 Prozent von giftigen Holzschutzmitteln befreien", beschreibt Erich Jelen vom Oberhausener Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik das ehrgeizige Forschungsprojekt. (APA/dpa)