RTL ist dem Vernehmen nach neidisch: Fälle wie "Der Seeräuber": "Für eine heiße Nacht auf einem Traumschiff muss die alleinstehende Roswitha Mohr teuer bezahlen. Hat es der heißblütige Steward nicht auf Sex, sondern auf ihren wertvollen Schmuck abgesehen?" oder "Verhängnisvoller Sex am Arbeitsplatz": "Dem Geschäftsführer Robert Emmer wird vorgeworfen, seine Angestellte Regine Loose von einer Leiter gestoßen zu haben, damit sie das gemeinsame Kind verliert", würde man dort gerne selber lösen.Deshalb will man Konkurrent Sat.1 ("Frage der Woche: Was ist der Unterschied zwischen Mord und Totschlag?") demnächst mit zwei neuen Gerichtsshows in die Enge treiben. Schweres Geschütz bringen derweil laut Focus die deutschen Richter gegen ihre ehrenwerten Privat-TV-Kollegen in Stellung : "Es handele sich bei denjenigen Fernsehverhandlungen, in denen es um sexuelle Verbrechen geht, um einen scheinbar seriösen Mantel für Schmuddelthemen, meinte der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes. Sie hätten mit dem Gerichtsalltag nichts mehr zu tun", weiß die Agentur zu berichten. Jetzt sind wir aber wirklich enttäuscht. Richterin Barbara Salesch - die in ihrem Team immerhin auf so bewährte Kräfte wie "Bernd Römer, StA: Er lässt so manche Frauenherzen höher schlagen." oder "Uwe Krechel, RA: Keiner zitiert so wie er." zählen kann -, Richter Alexander Hold und der Rest der beherzten Laienspieltruppe sind also auch bloß auf Quoten, Quoten, Quoten aus. (irr/DER STANDARD, Printausgabe, 9.7.2002)