München - Der Schriftsteller Paul Wühr feiert am Mittwoch, seinen 75. Geburtstag. Seit 1986 wohnt der Sohn eines Münchner Bäckers auf einem Hügel über dem umbrischen Lago Trasimeno in Italien. Seine literarische Karriere begann Wühr als Hörspielautor. Für sein O-Ton-Hörspiel "Preislied" erhielt er 1971 den Hörspielpreis der Kriegsblinden, die renommierteste Auszeichnung in diesem Bereich. 1970 erschienen sein Buch-Poem "Gegenmünchen", 1997 sein Großgedicht "Salve. Res Publica Poetica". Mit seiner Frau Inge Poppe gründete der frühere Volksschullehrer 1973 in Schwabing Deutschlands erste Autorenbuchhandlung, die mit ihrem Veranstaltungsprogramm auch zum ersten Literaturhaus Münchens avancierte. Seine Poesie lebt von der für ihn typischen Kombination aus Brüchen, Verdichtungen und Verwandlungen. Bis heute sei Wühr der Einzelkämpfer geblieben, als der er angetreten ist, urteilte ein Kritiker. Sein in der Gegenwartsliteratur einzigartiges Werk entziehe sich dem Lesekonsum eines breiten Publikums. Zuletzt erschien die Gedichtsammlung "Venus im Pudel" und "Leibhaftig. Ausgewählte Gedichte". Zu seinem 70. Geburtstag hatte Wühr, der als einer der letzten großen experimentellen Autoren gilt, den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste erhalten. (APA/dpa)