Jerusalem - Israels staatliche Fluglinie El Al soll vollständig an private Investoren verkauft werden. Nach einer Erklärung des Kabinetts vom Montag will die israelische Regierung im Gegensatz zu früheren Entscheidungen keine Mehrheitsbeteiligungen von 51 Prozent an der Fluglinie behalten. Nach dem neuen Plan, der von einer Ministerkommission bewilligt wurde, sollen 49 Prozent der El Al-Anteile in der ersten Jahreshälfte 2003 verkauft werden. Die restlichen Anteile sollen dann in Abschnitten verkauft werden. Die Ministerkommission lehnte es ab, spezielle Stimmenanteile an der El Al zu halten, um sie für nationale Sicherheitsinteressen verwenden zu können. Kritiker sagten, dass die Regierung die Kontrolle über die angeschlagene El Al in Krisenzeiten verliere. Als 1998 die Entscheidung fiel, 49 Prozent der El Al zu verkaufen, sei darauf hingewiesen worden, wie wichtig es sei, wegen der Sicherheitsvorkehrungen die mehrheitliche Kontrolle über die Fluglinie zu halten. Sabbat-Verluste Keine Entscheidung fiel darüber, ob die Regierung sich weiterhin an den hohen Kosten der Fluglinie beteiligen wird, die durch die enorme Sicherheitsvorkehrungen anfallen. Die Fluglinie El Al verlor im ersten Quartal dieses Jahres 14 Millionen Euro. 2001 machte die Fluglinie 87, 2000 111 Millionen Euro Verlust. Ein Großteil des Verlustes resultiere daraus, dass El Al seit 1983 nicht mehr am Sabbat fliegt und so die Aktivitäten der Fluggesellschaft an mehreren Wochentagen auf Grund der Zeitunterschiede begrenzt sind. Am Sonntag erteilte die Regierung einer El Al-Maschine die Ausnahmegenehmigung, am Sabbat zu fliegen, nachdem einige der Passagiere in der Gruppe waren, die von einem Attentäter am El Al-Flugschalter in Los Angeles am 4. Juli beschossen wurde. Bei der Schießerei wurden einschließlich des Schützen drei Menschen getötet. (APA)