Tokio/Taipeh/Dhaka - Die gewaltigen Unwetter über Asien haben am Mittwoch wieder Menschen in den Tod gerissen. Bisher kamen vor allem in Japan, Taiwan und Bangladesch etwa 100 Personen ums Leben. In Bangladesch ist eine Million Menschen auf der Flucht vor dem Hochwasser. Besonders dramatisch war die Lage in Japan und Taiwan, wo die Stürme Erdrutsche und Überschwemmungen auslösten. Taifun in Japan Der sechste Taifun der Saison, "Chataan", suchte am Mittwoch vor allem Japan heim. Im Südwesten des Landes kam ein 13-jähriger Schüler beim Fußballspielen ums Leben, wie die Behörden mitteilten. Bei Rettungsaktionen in einem Fluss der Provinz Gifu stürzten zwei Männer in die Fluten, einer wurde am Abend (Ortszeit) noch vermisst. Mindestens elf Japaner wurden verletzt, die Sachschäden jedoch waren nach amtlichen Angaben eher gering. Während "Chataan" über Japan an Kraft einbüßte, zog das nächste Unwetter, "Nakri", über die Insel Taiwan hinweg, wo zwei Menschen ums Leben kamen. Ein Fischer (51) ertrank, nachdem sein Boot gekentert war, ein Arbeiter stürzte von einem Schiff ins Meer. Der Sturm brachte heftige Regengüsse, die viele Erdrutsche auslösten. "Chataan" hatte bereits auf den Philippinen und in Mikronesien eine Spur der Verwüstung und über 70 Tote hinterlassen. Hochwasser in Indien und Bangladesch In Indien und Bangladesch spitzt sich die Hochwasserlage weiter zu. Nach heftigen Monsunregenfällen ist in Bangladesch mittlerweile rund eine Million Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen, zwölf starben. Im Norden und Süden des Landes verwüsteten die Fluten nach drei Regentagen Tausende Dörfer, berichteten die Behörden. Im benachbarten Indien, wo bisher 13 Menschen ums Leben kamen, zwang ein Dammbruch am Fluss Kodla hunderte Familien zum Verlassen ihrer Häuser. Mehrere tausend Rot-Kreuz-Helfer sind dort im Einsatz. "Die Lage wird von Tag zu Tag kritischer", sagte der Leiter des Katastrophenschutzes, Selim Bhuiyan. (APA,dpa)