Extremistische Gruppen nutzen nach Einschätzung des Simon-Wiesenthal-Zentrums seit den Anschlägen vom 11. September 2001 verstärkt das Internet für ihre Propaganda. Seit den Flugzeug-Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington habe das Zentrum eine deutliche Zunahme von Internet-Seiten registriert, auf denen mit den Taten von Selbstmord-Attentätern sowie allgemein für rassistische und rechtsextremistische Haltungen geworben werde, sagte ein Vertreter des Wiesenthal-Zentrums bei der Vorstellung des Jahresberichts über die Entwicklung rechtsextremer Gewalt im Internet, "Digital Hate 2002", am Montag in Berlin. Die Mitarbeiter des Instituts haben danach im vergangenen Jahr monatlich 25.000 Web-Sites auf gewaltverherrlichende Inhalte untersucht. Wurden im vergangenen Jahr noch 2.600 davon als problematisch eingestuft, seien es in diesem Jahr bereits 3.300 gewesen, erklärte Rabbi Abraham Cooper, Vertreter der in Los Angeles ansässigen Zweigstelle des Zentrums. Im Unterschied zu früher werde inzwischen häufig online auf die Taten von Selbstmord-Attentätern hingewiesen oder mehr oder weniger offen für terroristische Ziele geworben. Köder Gewalt-Spiele und Musik Bei den rassistischen und extremistischen Gruppen sei ein neuer Trend festzustellen, ihre jugendlichen Zielgruppen mit Hilfe von Gewalt-Spielen und Musik mit radikalem Inhalt zu ködern, hieß es. Besonders abstoßend sei ein Computerspiel mit dem Titel "Kaboom!", bei dem der Benutzer einen Selbstmord-Attentäter spiele, der auf der Suche nach der größtmöglichen Zahl menschlicher Opfer die Straßen ablaufe. Zu den als "rassistisch" gebrandmarkten Computer-Spielen gehörten Produkte mit den Titeln "KZ-Manager" und "Ethnische Säuberung". (APA/Reuters)