Innsbruck/Wien - "Außerplanmäßige" Firmenwertabschreibungen in Höhe von 12,5 Mill. Euro werden der börsenotierten Tiroler Mediengruppe Feratel ein tiefes Loch in die Bilanz für das Geschäftsjahr 2001/2002 (per Ende April) reißen. "Wir werden im Gesamtergebnis tiefrot sein", bestätigte Vorstandsvorsitzender Markus Schröcksnadel. Gleichzeitig betonte er, dass weder das operative Geschäft noch die Liquidität von den Abwertungen belastet werde. Im Jahr 2000/01 hatte Feratel knapp positive Ergebnisse eingefahren. Vorsichtshalber seien alle Beteiligungen im Geschäftsfeld Neue Medien auf Null abgeschrieben worden, sagte der Feratel-Chef am Dienstag. "In Zeiten wie diesen muss man vorsichtig sein (Enron, WorldCom, Disney, Xerox etc., Anm.)." "Noch in den Kinderschuhen" Das Geschäft mit Wetter-Informationen für den mobilen Telekomsektor sowie das Internet "steckt noch in den Kinderschuhen". Hier hätten die Beteiligungsfirmen von Feratel stark auf eine Umsatzausweitung gesetzt, die gegenüber früheren Prognosen ausgeblieben sei, begründet Schröcksnadel die Abschreibungen. Sie stellten eine "rein bilanztechnische Maßnahme im außerordentlichen Bereich" dar. Die genaue Höhe werde derzeit gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern ermittelt. Neben der noch jungen Sparte Neue Medien ist die Feratel-Gruppe vor allem auf Live-Wetter- und Panorama-TV sowie auf Tourismus-Software (etwa für Hotelbuchungssysteme) spezialisiert. Der konsolidierte Konzernumsatz wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/2002 nach vorläufigen Zahlen um rund 22 Prozent auf 18,2 Mill. Euro. Weitere Details und Ergebnisse gibt Feratel in einer Bilanzpressekonferenz am 19. Juli bekannt. An der Wiener Börse notierte die Aktie am Dienstag im Frühhandel mit 7,59 Euro um 0,7 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs. Seit Jahresanfang 2002 hat der Medientitel knapp 42 Prozent an Wert eingebüßt. (APA)