Schweizer Journalisten sind nach einem Erkenntnis des Presserates verpflichtet, sich bei längeren Recherchiergesprächen vom Gesprächspartner nicht nur die direkten Zitate, sondern auch die auf seinen Aussagen beruhenden indirekten Zitate, Beschreibungen und Feststellungen autorisieren zu lassen. Auch wenn die Interviewten kein umfassendes "Korrekturrecht" besäßen, seien Medienschaffende verpflichtet, zumindest darauf hinzuweisen, wenn sie verlangte Korrekturen nicht übernehmen, erklärte der Schweizer Presserat am Dienstag in Interlaken. Der Presserat hat eine Beschwerde gegen das Magazin "Facts" teilweise gutgeheißen. Im Jänner 2001 publizierte das Nachrichtenmagazin ein Porträt über den Psychologen der TV3-Fernsehsendung "Big Brother". Dieser wandte sich daraufhin an den Presserat und machte geltend, ihm seien nicht alle ihn betreffenden Passagen zur Autorisierung vorgelegt worden. Zudem habe "Facts" nicht alle verlangten Korrekturen berücksichtigt. "Facts" habe die berufsethischen Regeln dadurch verletzt, dass vereinbarte Korrekturen unberücksichtigt geblieben seien, erklärte der Presserat. (APA/sda)