New York - Die Gläubiger des in einen Buchführungsskandal verwickelten US-Telekom-Unternehmens WorldCom Inc. ziehen eine neue gesicherte Kreditlinie von drei Mrd. Dollar (3,05 Mrd. Euro) in Erwägung. Dies berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch in seiner Online-Ausgabe. Davon sollten aber 2,65 Mrd. Dollar für die Rückzahlung an die WorldCom-Kreditgeber verwendet werden. Sie hatten dem Unternehmen diesen Betrag im Mai zur Verfügung gestellt, ehe WorldCom seine Buchführungsmanipulationen bekannt gegeben hatte. Gute Nachricht für Gläubiger WorldCom verblieben nur 350 Mill. Dollar. Dies sei nicht annähernd genug, um andere Schulden von 3,1 Mrd. Dollar abzudecken, die WorldCom Anleihebesitzern im kommenden Jahr zurückzahlen müsse. Dieses Problem werde derzeit mit den Banken diskutiert, erklärte ein Firmensprecher der Zeitung. Eine gesicherte Kreditlinie wäre für die 30 Kreditgeber eine willkommene Nachricht. Sollte WorldCom seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen, hätten die Banken Sicherheiten, um den Kredit abzudecken. Bei den 2,65 Mrd. Dollar, die WorldCom ursprünglich geliehen hatte, handelt es sich hingegen um ungesicherte Kredite. WorldCom wird innerhalb von drei Wochen wissen, ob die Gesellschaft ausreichende Finanzierungen erhalten kann, um einen Konkursantrag zu vermeiden. Dies hatte die zweitgrößte US- Ferngesprächsgesellschaft in dieser Woche mitgeteilt. Das Unternehmen hatte Falschbuchungen von 3,8 Mrd. Dollar gemacht, um tatsächliche Verluste in fiktive Gewinne umzuwandeln. WorldCom hat Gesamtschulden von 30 Mrd. Dollar.(APA/dpa)