Frankfurt/Main - Die Erde kann den wachsenden Flächenbedarf der Menschheit nach Ansicht von Umweltschützern nicht mehr verkraften. Der Verbrauch an natürlichen Ressourcen habe ein Ausmaß erreicht, das die Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht habe, kritisieren Experten des World Wide Fund for Nature (WWF) in ihrem dritten "Living Planet Report". Meere würden leer gefischt, Wälder großflächig vernichtet. "Ökologischer Fußabdruck" "Kein Frosch trinkt den Teich aus, in dem er lebt. Dieses simple Prinzip hat die Menschheit offensichtlich noch nicht begriffen", sagte Bernhard Bauske von WWF Deutschland am Dienstag in Frankfurt am Main. Als Basis für ihre Bewertung ermitteln die WWF-Experten einen "ökologischen Fußabdruck" für einzelne Länder, indem sie den Verbrauch an Rohstoffen in Hektar umrechnen. In die Berechnung fließt der Landverbrauch für die Erzeugung von Lebensmitteln und Energie sowie für den Bau von Häusern und Straßen ein. Zu viel Nach dieser Berechnung liegt etwa Deutschland mit einem durchschnittlichen Flächenverbrauch von 4,7 Hektar pro Bürger im Mittelfeld der Industriestaaten. Der "ökologische Fußabdruck" der Bundesbürger sei allerdings mehr als doppelt so groß wie die Erde verkraften könne, sagte Bauske. Ausgehend von den vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen und dem natürlichen Reichtum von Wäldern, Flüssen und Meeren stünden jedem Menschen auf der Erde höchstens 1,9 Hektar zur Verfügung. Mit ihrem Lebensstil beanspruchen die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach WWF-Berechnung mehr als 10 Hektar Fläche - sie nehmen damit die internationale Spitzenposition ein. Auf den nächsten Plätzen folgen die USA, Kanada, Neuseeland und Finnland, deren Bürger jeweils mehr als acht Hektar benötigen. In den Ländern des Südens sei der "ökologische Fußabdruck" zwar nur ein Fünftel so groß wie der von Menschen in den Industrieländern, dort sei aber die Größe der Bevölkerung das Problem. "Da wir keinen zweiten Planeten haben, ist es höchste Zeit umzusteuern", forderte Bauske. Nötig seien verbindliche Pläne, um Ressourcen effizienter und umweltschonender zu nutzen. Dies sei der einzige Weg, den gefährlichen Trend umzukehren. Der bevorstehende Erdgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg biete dazu eine Chance. (APA/dpa)