Wien - Die Ärzte werden das Inkasso der Chipkarten-Gebühr boykottieren. Das teilte die Ärztekammer am Dienstag in einer Aussendung mit. Die Chipkarten-Gebühr in Höhe von 10 Euro pro Jahr, die - voraussichtlich ab 2004 - die Krankenschein-Gebühr ablösen soll, wird am kommenden Donnerstag mit der 60. ASVG-Novelle im Nationalrat beschlossen. Ihren Protest formulierten die Ärzte in einem offenen Brief an Kanzler, Vizekanzlerin und Sozialminister.Offener Brief gegen "überfallsartiges Vorgehen" In dem Schreiben, das von Ärztekammer-Präsident Otto Pjeta, allen Präsidenten der Landesärztekammern sowie den Kurienobleuten für die angestellten, niedergelassenen und Zahnärzte unterfertigt wurde, heißt es wörtlich: "Diese Novelle (60. ASVG-Novelle, Anm.) sieht die Einhebung eines Serviceentgelts für die E-Card durch niedergelassene Ärzte vor. 8.000 Kassenärzte sind bei diesem geradezu überfallsartigen Vorgehen nicht in der Lage und bereit, einen Verwaltungsaufwand zu übernehmen, den bisher 300.000 österreichische Unternehmen getragen haben. Auch war die Einhebung der Gebühr durch die Ärzte nie Teil der Planung und der aufzubauenden Logistik von Hard- und Software zur Implementierung der Chipkarte. Mit dieser Novelle würde einmal mehr ein völlig unvorbereitetes gesetzliches Faktum geschaffen, das in der Praxis zu ähnlichen Problemen wie die Einführung der Ambulanzgebühr führen würde." "Zutiefst betroffen" Weiters heißt es: "Wir fühlen uns verpflichtet, Sie darauf hinzuweisen, dass die österreichischen Ärztinnen und Ärzte über Stil und Inhalt dieser Vorgangsweise zutiefst betroffen sind, zunehmend mit administrativen Aufgaben belastet werden und nicht länger bereit sind, ihre Tätigkeit für die Gesundheit der Patienten mit zusätzlichen bürokratischen Anforderungen zu beeinträchtigen." (APA)