Der angeschlagene französische Medienriese Vivendi Universal rechnet mit einer schnellen Einigung mit den Gläubigerbanken. Wie das Wall Street Journal berichtet, steht der Konzern kurz vor dem Abschluss eines neuen Kreditabkommens mit den Banken in der Höhe von zwei bis drei Mrd. Euro. Damit verschafft sich das neue Management unter Jean-Rene Fourtou eine dringend benötigte Atempause, um den Schuldenberg abzubauen und neue Strategien zu entwickeln. Ein Verkauf von Konzernteilen dürfte die einzige Lösung sein. Aktiv In einer kurzen Aussendung bestätigt Vivendi Universal "aktive Verhandlungen mit den Gläubigerbanken, um die kurzfristigen Liquiditätsprobleme zu lösen". Eine Einigung werde in Kürze erwartet. Sie ist auch dringend notwendig, weil die Ratingagentur Moody`s angekündigt hat, den Mediengiganten auf eine mögliche Abstufung hin zu beobachten. Bereits vergangene Woche hatte die Agentur das Kreditrating von Vivendi auf den Ramsch-Status "Ba1" gesetzt. Rückzahlung Mit dem frischen Geld muss Vivendi Universal Ende Juli einen Kredit über 1,8 Milliarden Euro zurückzahlen. Branchenexperten geben dem Unternehmen bei einer Lösung der kurzfristigen Liquiditätsprobleme gute Chancen die Krise zu überstehen. Nach der Einschätzung von Daniel Bouton, Chairman von Societe Generale, ist der Mischkonzern an sich "gesund", weil der Wert seiner Assets höher ist als die Schulden. Societe Generale gehört gemeinsam mit BNP Paribas und der Deutschen Bank zu den größten Geldgebern von Vivendi Universal. Vodafone interessiert sich bereits für eines dieser Assets, den 44-Prozent-Anteil an der französischen Telekomfirma Cegetel (pte)