Wien - Das Systemhaus T-Systems (vormals: debis) baut sein Engagement in Mittel- und Osteuropa kräftig aus. In den nächsten drei Jahren soll der Umsatz in den 9 Ländern, in denen die Tochter der Deutschen Telekom tätig ist, auf rund 700 Mill. Euro verdoppelt werden, kündigte der Vorsitzende der Geschäftsführung von T-Systems Austria und Regionalmanager der Region, Rudolf Kemler am Dienstag in Wien vor Journalisten an. In Österreich soll der Umsatz zweistellig wachsen und damit T-Systems zur Nummer 1 unter den herstellerunabhängigen Anbietern von Systemlösungen machen, so Karner. T-Systems ist derzeit in Ungarn, Tschechien, Polen, der Slowakei, Slowenien, Türkei, Russland, Kroatien und Griechenland tätig und setzt dort mit 2.000 Mitarbeitern rund 350 Mill. Euro um. An einen Markteinstieg in den noch nicht betreuten Ländern Rumänien, Bulgarien und Jugoslawien sei derzeit nicht gedacht, sagte Karner. Großprojekte in Planung Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf Ungarn, Tschechien und Polen. In Ungarn, wo die Deutsche Telekom durch eine Beteiligung an Matav auch im Telefongeschäft tätig ist, gibt es etliche Großprojekte, darunter eine Regionales Innovationszentrum (RIC) zur Ausbildung von Softwarespezialisten, das Outsourcing der Budapester Verkehrsbetriebe, eine modernes Eintrittssystem für alle ungarischen Stadien respektive die Implementierung von SAP bei der ungarischen Post. In Tschechien führt T-Systems bei der Lottogesellschaft Sazka SAP ein bzw. hält eine 51-prozentige Beteiligung bei Pragonet und biete drüber Zugang zum Telecom Global Net. In Polen, wo derzeit zwar volkswirtschaftlich eine schwierige Situation herrsche, fungiere man als Lieferant lokaler Großunternehmen sowie für multinationale Konzern wie VW. In Österreich, wo unter anderem große Projekte in der Spitälervernetzung in der Steiermark und im Burgenland sowie bei Magna laufen, rangiere T-Systems derzeit auf Platz 2 bzw. 3 hinter IBM und SBS, wenn die Reihung angesichts der unterschiede im Angebots-Portfolio auch schwierig sei, sagte der T-Systems Austria-Chef. Im Vorjahr wurden mit rund 700 Mitarbeitern 191 Mill. Euro umgesetzt. Aus historischen Gründen gebe es zwar rein rechtlich noch drei Gesellschaften (T-Systems, DSS, Xsoft), die jedoch bis spätestens 2004 auf die T-Systems Austria verschmolzen sein sollen. Umsatz soll zweistellig wachsen Der Umsatz soll in den nächsten Jahren jeweils zweistellig wachsen, so Kemler. Grund für die optimistische Einschätzung sei, dass von den Unternehmen lang aufgeschobene Aufträge nun wieder freigegeben werden, aber auch die Aussicht auf die umstrittene Steuerreform. Franz Grohs, zuständiger Geschäftsführer für IT, erwartet davon - beispielsweise von der Wiedereinführung eines Investitionsfreibetrages -, dass bereits im 4. Quartal 2002 erste Auswirkungen auf die Investitionsfreudigkeit. Im ersten Halbjahr habe es in erster Linie bei Hardware einen Rückgang gegeben, der bei T-Systems jedoch vom Geschäftsfeld Outsourcing voll ausgeglichen worden sei. Die Geschäftsführung von T-Systems wurde seit Mitte Juni um Georg Obermeier auf vier Personen erweitert. Er war, wie Kemler, zuvor bei Nixdorf Computer tätig und zuletzt Vorstand für Technologieentwicklung bei stage1.cc. Er soll den Vertrieb auch in den Reformländern stärker branchenspezifisch ausrichten. (APA)