München - Der frühere Dachauer CSU-Stadtrat Wolfgang Aechtner, der am Dienstag beim Landgericht München wegen Wahlfälschung, Urkundenfälschung und falscher eidesstattlicher Versicherung angeklagt wurde, hat laut Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl weitgehend gestanden. Der Stadtrat habe bei der Kommunalwahl im März 155 Briefwahl- Stimmzettel ausgefüllt, erklärte Hödl am Mitwoch. In 80 Fällen hätten die Wähler nicht gewusst, dass Aechtner ihre Stimmzettel "ergänzt" habe, in den 75 anderen Fällen hätten die Betreffenden ihn gewähren lassen und wahrheitswidrig unterschrieben, dass sie ihren Wahlschein selbst ausgefüllt hätten. Zudem habe Aechtner bei der Stichwahl des Dachauer Oberbürgermeisters zwei Wochen später sechs Briefwahl-Stimmzettel ausgefüllt - drei davon ohne Wissen der Wahlberechtigten. Die Bestätigungsscheine habe er selbst unterschrieben. Der Strafrahmen für Wahlfälschung und Urkundenfälschung reicht jeweils bis zu fünf Jahren Gefängnis. Aechtner und ein weiterer CSU-Stadtrat hatten zeitweise in Untersuchungshaft gesessen. Gegen den zweiten Stadtrat und vier weitere Beschuldigte wird noch ermittelt. Die Stadtrats- und die OB-Wahl wurden vom Landratsamt annulliert und sollen wiederholt werden. (APA/AP)